Deine Wünsche entspringen deinen ungefühlten Gefühlen.

Vor einiger Zeit hat mich eine Teilnehmerin verzweifelt gefragt, was sie denn mit ihrer Freude machen soll?

Sie würde ihre Freude gerne in die Welt tragen, aber dort sei sie oft nicht erwünscht oder gar willkommen und ihre Herzensprojekte funktionieren nicht so richtig.

Immer dann, wenn sie Freude bei etwas empfindet, erzählt sie anderen davon und will ganz dringend etwas oder mehr daraus »machen«.

Sie kann sich für vieles begeistern und sie will dann gleich andere Menschen davon begeistern und schiebt sofort ein neues Projekt an, um ihre Freude zu leben und sie mit anderen Menschen zu teilen.

Ich habe ihr eine harte Frage gestellt:

Warum kotzt du deine Freude auf andere aus, bevor du sie selbst gefühlt hast?

Anschließend konnte man eine Stecknadel im Raum fallen hören.

Das hat gesessen. Auch bei mir.

Wir machen mit den so genannten guten Gefühlen das gleiche wie mit den so genannten schlechten:

Wir überspringen sie.

Und dann versuchen wir, sie auf andere zu »übertragen«.

Unser Verstand will mit und aus unserer Begeisterung (wie bei allen anderen Gefühlen auch) sofort etwas machen.

Wir wollen sofort andere begeistern und ganz groß was verändern … bevor wir uns selbst verändert haben.

Bei schlechten Gefühlen wollen wir andere mit uns herunterziehen, damit wir mit unserem Schmerz nicht alleine sind.

Wenn wir nicht bereit sind, unsere Begeisterung zu fühlen, werden wir entweder neidisch oder verfallen in Aktionismus.

Wir müssen auch in der Lage sein, unsere guten Gefühle zu fühlen.

Viele Menschen denken »Ja, aber das ist doch dann ein sehr introvertiertes Leben, wenn ich alles nur mit mir selbst ausmache.«

Wenn wir die Freude aber nicht fühlen, sondern sofort eine Handlung daraus ableiten, wird etwas Komisches und sehr Unwirksames daraus und wir werden ineffizient.

Wenn wir unsere guten Gefühle fühlen, fallen unsere Wünsche von alleine weg und werden durch etwas Größeres ersetzt:

Durch das Leben unserer Bestimmung.

Das ist eines meiner Lebensthemen und die folgende Erkenntnis geht richtig tief rein bei mir:

Ich habe früher meine Berührung nicht gefühlt!

Deshalb habe ich #metoo Wünsche entwickelt.

Das sind Wünsche, die sich nur entwickeln, weil ich nicht bereit bin, meine Gefühle der Berührung und Bewunderung zu fühlen.

Nach dem Motto »Will auch haben!« oder »Will auch machen!«.

Ich wollte das, was die anderen in mir auslösen, für mich beanspruchen und selbst besitzen und selbst können, statt mich daran zu erfreuen.

Außerdem hat sich aus meinen ungefühlten Gefühlen Neid entwickelt.

Neid ist die Unfähigkeit zu bewundern.

Wenn du dein Gefühl der Bewunderung fühlen kannst, hat Neid gar keinen Platz.

Neid ist der Verstand, der dir in einem Moment der freudvollen Bewunderung sagt, dass er das dringend auch braucht und auch haben möchte und dass er dringend genauso sein will.

Selbst dann, wenn es um soziale Projekte geht, ist das so.

Es ist nicht wahr, dass du helfen willst.

Dein Verstand will helfen, damit du deine Gefühle nicht fühlen musst und damit er weiter die Oberhand behält.

Fühle deine guten Gefühle … es ist der einfachste Weg zur Manifestation jenseits deiner Wünsche, Vorstellungen und Träume.

Und es ist der Weg in deine Göttlichkeit.

Inspiriert? Teile deine Inspiration mit der Welt …

11 Kommentare, sei der nächste!

    1. Echt ein sehr, sehr drüber nachdenkenswerter Artikel – danke! Aber weshalb wollen wir denn nicht mal die guten Gefühle fühlen? Das mit Bewunderung und Neid verstehe ich und kann mir auch vorstellen, dass aus Bewunderung leicht Neid werden kann. Aber Freude ist doch wirklich bloß schön. Muss ich weiter drüber nachdenken… I am sinking, I am sinking 😉

  1. Stefan, unglaublich, wie Du zum wiederholten Mal die Dinge auf den Punkt bringst. Ja, das “isses” !!! ich fass es nicht!
    Ich mochte das Gefühl von Neid und Eifersucht nicht wahr haben, nun weiß ich es, es ist noch da…und vor allem, warum.

    Liebe Grüße Konnie

  2. Und wieder eine Stufe tiefer ins Herz und die Erkenntnis. Ich hadere gerade damit, dass ich doch jemanden im Stich lasse. Hab keine Lust ihr zu helfen und halte es doch fast nicht aus, dass es ihr gerade schlecht geht. Jetzt ist mir klar, ich darf einfach fühlen, wie es sich anfühlt. Sie will meine Hilfe auch gar nicht. Ich “höre” den Hilfeschrei, doch bin ich nicht die, die da helfen kann. Das Thema, warum jetzt andere mit meiner Beigeisterung oder Freude nicht mitziehen kenne ich gut. Und andere zu mir ziehen wollen, wenn es mir schlecht geht auch. DANKE für deine Klarheit. Es fühlt sich an….. dass gerade Berge von mir fallen….. die Berge dieser Gedanken, was denn da los ist…… was ich denn tun soll…….. ja…… fühlen, fühlen, fühlen…….. Und ich weiß es ja und doch……. in diesen Situationen völlig blind für das, was ich “eh schon weiß”. DANKE, geliebter Stefan

  3. Lieber Stefan,
    wie geht das denn mit dem Gefühle fühlen? Das Ding mit der Freude habe ich auch gerade. Mir geht es gut, ich bin glücklich und will , dass alle anderen auch so glücklich sind. ich weiß nicht, wie ich mich meine Freude fühlen kann!
    Ich brauche noch einen Anschuppser!
    Danke, dass es Dich gibt!
    Laura

    1. Geliebte Laura, Gefühle sind Körperempfindungen, denen wir einen Namen gegeben haben. Dieser Name ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit liegt sowohl hinter dem Namen als auch hinter der Körperempfindung. Um den ersten Schritt in Richtung Wahrheit zu gehen, kannst du den Namen des Gefühls ignorieren und nur die Körperempfindung fühlen, statt darüber nachzudenken. ♥

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