Das schizophrenste Phänomen unserer Zeit: Kindern den Himmel erklären wollen

Kindern den Himmel zu erklären ist so, als würdest du einem Gefangenen die Freiheit erklären.

Nachdem DU ihn ins Gefängnis gesteckt hast.

Und die Freiheit erklärst du ihm dann, indem du ihm etwas von rosa Plüschhäschen erzählst, die in der Freiheit auf einer blauen Wiese hoppeln, auf der lila Bäume stehen.

Und du erzählst ihm, dass er, wenn er frei kommt, ebenfalls ein rosa Plüschhäschen wird und ganz viele tolle rosa Plüschhäschen trifft.

An diese Geschichte glaubst du sogar selbst, weil auch du im Gefängnis sitzt.

Als Gefängniswärter zwar, aber immerhin.

Und deinen Job als Gefängniswärter hast du von anderen Gefängniswärtern bekommen, die dir diese Geschichte erzählt haben und an die du glauben musstest, damit du den Job bekommst.

Und deshalb erzählen sich auch die Gefangen untereinander die Geschichte von rosa Plüschhäschen und hoffen, dass sie irgendwann mal Gefängniswärter spielen dürfen um allen Gefangenen die Geschichte vom rosa Plüschhäschen von einer Kanzel aus erzählen zu dürfen.

Ja, aber Stefan, die Kinder fragen mich doch nach dem Himmel!?

Ja, die Gefangenen fragen die Gefängniswärter auch nach der Freiheit!

Kinder fragen dich nach dem Himmel, aus dem du sie vorher rausgeworfen hast.

Nur ein Kind, das die Hölle erlebt, wird dich nach dem Himmel fragen.

Es gibt keinen “Himmel” im Himmel.

Ein spielendes Kind ist einfach nur hier.

Es will gar nichts anderes als hier sein.

Weil es nichts anderes als hier sein kennt.

Und weil alles andere als mit allem hier zu sein auch vollkommen unmöglich ist.

Bis wir ihm erklären, dass das Leben kein Ponyhof ist und was es alles zu tun gibt.

Da du selbst aus dem Himmel geworfen wurdest, denkst du, du musst deinem Kind erklären, was der Himmel ist und lässt dir Geschichten einfallen.

Wir stoßen das Kind aus dem Himmel, aus dem “hier sein” heraus und wundern uns dann, dass es uns Fragen stellt, die wir ehrlicherweise gar nicht beantworten können.

“Was passiert, wenn ich sterbe?”

Wenn du stirbst bist du nicht “weg” und deine Seele wandert auch nicht zu einem anderen Ort.

Wenn du stirbst bist du genau wie zuvor einfach nur hier.

Ein Kind im Himmel wird dich nie nach dem Himmel fragen.

Nur ein Kind, das die Hölle auf Erden erlebt, wird dich nach dem Himmel im Himmel fragen.

Erkläre deinem Kind nicht den Himmel.

Kreiere gemeinsam mit deinem Kind den Himmel auf Erden, indem du von ihm lernst und du wirst nie wieder phantastische Geschichten über Gott und den Himmel erzählen wollen.

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Das ist so fantastisch einfach auf den Punkt gebracht und doch erscheint es das Schwierigste zu sein, immer im Jetzt zu leben. Lassen wir die Kinder unsere Lehrmeister sein und uns von ihrer Freude an unzähligen Dingen, ihrem Einfallsreichtum, ihrer Lust am Leben, ihrem Tatendrang…….anstecken und mögen wir endlich aufhören, sie zu konditionieren.

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