Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser!

Wurde dein Vertrauen schon einmal enttäuscht?

Hast du dann gedacht: „Der kann ich nicht mehr vertrauen!“?

Vertrauen lernst du nicht dadurch, dass du vertraust und in deinem Vertrauen bestätigt wirst.

Vertrauen lernst du, indem du vertraust, enttäuscht wirst und trotzdem erneut vertraust.

Jemandem zu vertrauen bedeutet, dass ich ihm vertraue, dass er Dinge macht, die ihm gut tun. Wenn ich will, dass er Dinge macht, die mir gut tun, dann ist das kein Vertrauen, sondern Kontrolle.

Dann knüpfst du dein Vertrauen an Bedingungen nach dem Motto:

„Wenn du mein Vertrauen bestätigst, dann vertraue ich dir. Wenn du mein Vertrauen nicht bestätigst, enttäuschst du mich und ich kann dir nicht mehr vertrauen.“

Welchen Wert hat solch ein Vertrauen?

Richtig – gar keinen!

Vertrauen, das nur der Tatsache entspringt, dass immer alles glatt läuft, wenn du vertraust, ist kein Vertrauen, sondern eine Idee von Vertrauen.

Echtes, bedingungsloses Vertrauen basiert in deiner Gewissheit, dass alles so gedacht ist, wie es ist.

Wenn Eltern (oder andere Witzbolde) sagen:

„Ich muss dir vertrauen können!“

meinen sie damit:

„Ich will dich kontrollieren! Ich will, dass du es so machst, wie ich es dir sage.“

Das hat mit Vertrauen rein gar nichts zu tun. Es ist sogar das exakte Gegenteil von Vertrauen.

Wenn ich dir vertraue, weiß ich, dass ich dir nicht sagen muss, wie du zu sein und was du zu tun hast. Schließlich vertraue ich dir!

Vertrauensvoll ist ein Mensch für uns oft nur dann, wenn er das macht, was wir von ihm erwarten.

Wenn unser Vertrauen nicht enttäuscht wird, können wir es aber auch nicht unter Beweis stellen.

Wir vertrauen und werden in unserem Vertrauen bestätigt.

Für etwas, das mit Sicherheit eintritt, brauche ich kein Vertrauen.

Vertrauen brauche ich nur, wenn ich unsicher bin, ob meine Erwartungen erfüllt werden. Dann vertraue ich nicht, dass meine Erwartungen erfüllt werden. Ich vertraue, dass es gut ist, selbst dann, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden.

Wenn wir auch während und nach Enttäuschungen vertrauen können, wird unser Vertrauen unabhängig von den Handlungen anderer und uns selbst.

Jemandem mein Vertrauen zu schenken ist gar nicht möglich.

Vertrauen ist immer ein Geschenk an mich selbst:

Ich schenke mein Vertrauen nicht dir, sondern mir.

Wenn ich bedingungslos vertraue, bin ich mit jedem Ergebnis einverstanden. Wenn ich dagegen von dir erwarte, dass du mein Vertrauen bestätigst, bringe ich uns beide in eine unangenehme Situation:

Mich selbst, weil ich mein Glück von äußeren Umständen abhängig mache.

Und dich, weil ich von dir etwas erwarte, das ich mir selbst geben muss.

Dadurch baue ich unnötigen Druck bei mir auf, den ich anschließend an dich weitergeben will.

Die Illusion von Kontrolle ist ganz nett und kann zwischendurch auch lustig sein.

Vertrauen ist das Einzige was Bestand hat.

Ich muss nicht dir vertrauen. Ich muss mir vertrauen können.

Ich muss nicht mir vertrauen. Ich muss dem Leben vertrauen können.

Ich muss nicht dem Leben vertrauen. Ich muss bedingungslos vertrauen.

Die Essenz von Vertrauen ist nicht, dass es glatt läuft.

Die Essenz von Vertrauen ist bedingungslos.

Du vertraust.

Du bist im Vertrauen.

Du bist Vertrauen.

… oder auch nicht. 😉

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser….Eine ganz tolle Aufwachmedizin, lieber Stefan. Diese regt einen an, ganz und gar in sich zu gehen.
    Da war mein Leben bisher ein großer Lehrer und ich bekomme es bereits gut hin, fühle mich jedenfalls nicht mehr so verarscht, als Opfer und enttäuscht, wie einst.
    Da läuft das gleiche ab, wie in bedingungsloser Liebe zu sein.
    Wobei, ich weiß nicht genau, was Liebe richtig heißt.
    Mein Gefühl dazu ist, ich will, dass es dem Wesen richtig gut geht und es nicht leidet, welches ich in mein Herz geschlossen habe.
    Eine hautnahe Beziehung bin ich nicht in der Lage zuzulassen…. Ich bin die Schöpferin…!
    In diesem Sinne liebe Grüße an Dich Stefan, alles Gute und Liebe für Dich und ich danke,dass Du in mein Leben gekommen bist.

    Konnie

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