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    24.12.2019AQ 760
    »Die Geschichte von Jesus ist nicht die Geschichte eines Heiligen – es ist deine Geschichte.«
    0:009:51
    Die Geschichte von Jesus ist nicht die Geschichte eines Heiligen – es ist deine Geschichte. An Weihnachten findet die Trivialisierung oder die Überhöhung von Jesus statt und beides trifft nicht seinen Kern. Die Trivialisierung hat damit zu tun, dass wir alles lieblich und kuschelig und angenehm und wohltuend gestalten, was wir sowieso machen können. Dazu müssen wir die Geschichte von Jesus nicht bemühen. Du kannst es dir immer schön machen. Zur Weihnachtszeit, zur Januarszeit, zur Februarszeit, zur November-, Dezember-Zeit, im Winter sowieso immer und auch im Sommer. Das versuchst und machst du ja auch. Tun wir alle, denn das ist der einzige Grund, warum wir überhaupt streben. Wir wollen es irgendwie angenehm haben und ruhig und sicher. Die Geschichte von Jesus, beziehungsweise Jesus selbst sagt uns etwas ganz anderes mit seinem Beispiel. Er sagt dir: »Wenn du die Wahrheit erfahren willst, musst du bereit sein, alles dafür zu riskieren!« Und von dieser essentiellen Botschaft bringt dich auch die Überhöhung von Jesus weg. Denn wenn du von Jesus als einzigen Weg sprichst, als Heiligen, als einem, der in den Himmel aufgestiegen ist, und nicht verstehst, dass diese Geschichte eine essentielle Symbolik für dich beinhaltet, die du tatsächlich leben kannst, wozu du nicht deine Macht abgeben musst, oder wo du nicht sagen musst: »Ach Jesus, mach du das für mich! Regel du das.«, sondern wo du etwas machen kannst, nämlich dem Beispiel von Jesus folgen. Und nicht in die Sicherheit zu gehen, ins Kuschelige, ins Warme, wo du tatsächlich lebst, was Jesus dir vorgelebt hat. Das ist der Weg zurück zu dir. Deshalb ist es deine Geschichte. Bereit zu sein für die Wahrheit, alles zu riskieren. Blöd dazustehen bei deinen Verwandten, Bekannten, Freunden, nicht akzeptiert zu sein, ausgeschlossen zu sein. Das fühlt sich gar nicht so weihnachtlich an und schmeckt gar nicht so nach Glühwein und schon gar nicht nach Kinderpunsch. Das ist so viel härter. Um zu dir zurückzukommen, musst du zurückgehen, indem du alle Gefühle nochmal fühlst und erlebst, die dich dorthin gebracht haben, wo du jetzt bist. Und auch dafür war Jesus bereit: Alles zu fühlen, alles mitzunehmen. Es reicht nicht, wenn du sagst: »Jesus, ich gebe dir mein Leben!« und dann lebst du jeden Tag so weiter, wie du bisher gelebt hast. Wenn du Jesus dein Leben gibst oder wenn du Jesus nachfolgst, bedeutet das, dass du dir ein Beispiel an ihm nimmst, dass du dir ein Beispiel an seiner Radikalität nimmst, dass er bereit war, zur Wurzel zu gehen. Jesus zu trivialisieren oder ihn zu überhöhen, wird ihm nicht gerecht. Es wird dem nicht gerecht, wofür er steht, wofür er hier war. Und es wird dir nicht gerecht, denn in beiden Fällen entfernt es dich von ihm. Es macht dich entweder dumpf oder distanziert. Es ist etwas, was in dir stattfinden muss. Es ist nichts, was du an eine höhere Kraft abgibst, zumindest an keine höhere Kraft als die, die in dir ist. Und genau darauf weist dich Jesus hin.