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    5.9.2026AQ 3207
    »Du musst zuerst im Frieden sein, dann stellt sich Zufriedenheit ein.«
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    Was einfach klingt, ist die ultimative Herausforderung. Denn alle sehen es genau umgekehrt. Sie glauben, sie könnten im Frieden sein, wenn sie zufrieden sind. Deshalb jagen sie Zielen nach, von denen sie glauben, ihre Erreichung würde sie zufriedenstellen. Doch ein erreichtes Ziel führt nicht zu Zufriedenheit. Und es führt nicht zu Zufriedenheit, weil du nicht im Frieden bist. Du übst auch während der Verfolgung des Ziels, nicht im Frieden zu sein. Du übst währenddessen der Zufriedenheit hinterherzujagen. Du jagst ein Phantom.

    Im Frieden zu sein wirkt wie ein höheres und deshalb nicht so leicht oder überhaupt nicht erreichbares Ziel. Wir suchen uns deshalb ein leichter zu erreichendes Ziel und da kommt uns die Zufriedenheit gerade recht. Denn mit ihrer Hilfe können wir uns so richtig täuschen. Wir können so tun, als wären wir zufrieden, wenn wir ein Ziel erreichen, einen Wunsch realisieren oder manchmal sogar noch einfacher, wenn wir uns etwas kaufen. Etwas zu kaufen erscheint uns als die beste Abkürzung.

    Jeder von uns könnte aus seiner eigenen Erfahrung sagen, dass ihm nichts davon etwas gebracht hat. Denn am Ende ist es alles das Gleiche. Ganz egal, ob materiell oder immateriell. Wir glauben, wenn wir etwas erreichen, werden wir zufrieden und können dadurch im Frieden sein. Doch genau das hat noch bei niemandem funktioniert. Und trotzdem brauchen die meisten Jahrzehnte, um das herauszufinden, falls sie es überhaupt herausfinden.

    Viele von denen, die das erkennen, wechseln dann auch einfach ins Gegenteil. Sie entsagen allem. Sie werden Asketen und verteufeln das Materielle. Zu üben, im Frieden zu sein, hat aber nichts damit zu tun, wie viel du besitzt. Du kannst sehr viel besitzen und du kannst sehr wenig besitzen und in beiden Fällen kannst du im Frieden sein. Wenn du es nicht bist, kannst du es unabhängig von deinen Umständen üben. Es gibt kein einziges Ziel, das du vorher erreichen musst, um üben zu können, im Frieden zu sein.

    Im Frieden zu sein bedeutet nicht, in Zukunft in Frieden zu sein. Es bedeutet, mit dem im Frieden sein zu können, wie es jetzt gerade ist, unabhängig von den Umständen. Solange du deinen Frieden von den Umständen abhängig machst, bist und bleibst du ein Spielball der Welt. Du bleibst abhängig von den Stimmungen der anderen und von den Ereignissen in deinem Leben. Mit dieser Abhängigkeit kannst du keinen Frieden erreichen. Frieden erreichst du nur bedingungslos, unabhängig von den anderen, unabhängig vom Rest und auch unabhängig von deinen Umständen.

    Frieden, der von irgendetwas abhängig ist, ist keiner. Und wenn du zwischendurch im Frieden bist, dann stellt sich im Lauf der Zeit auch Zufriedenheit ein.

    Friede
    Zufriedenheit