Heute muss ich ein Experiment machen. Es gibt nichts, was mich gerade inspiriert und es macht auch keinen Sinn, etwas zu suchen. Ich möchte die Audio aber auch nicht einfach ausfallen lassen, nur um den Anschein zu erwecken, als sei ich immer inspiriert und eine Produktionsmaschine. Deshalb spreche ich darüber, wie die meisten Menschen mit diesem Problem umgehen.
Wenn du nicht inspiriert bist, dann kannst du nichts machen. Da die meisten Menschen Machen mit "Geld verdienen" gleichsetzen, denken sie aber, sie müssten etwas machen und lassen keine Pause zu. Ich habe mir diese Pause immer wieder gegönnt. Und tatsächlich war es natürlich kein "mir gönnen", es war das Härteste, was ich machen konnte. Denn nicht nur alle Verstände um mich herum, sondern vor allem mein eigener Verstand hat mich dafür verurteilt.
Die Verurteilung kommt in allererster Linie nicht dadurch, dass du nichts tust. Sie rührt daher, dass du Nichtstun mit "kein Geld bekommen" verbunden hast. Beziehungsweise umgekehrt: Du glaubst, du musst etwas tun, damit du Geld verdienst. Dieser Annahme folgen die meisten Menschen, ohne sie jemals zu überprüfen. Die Überprüfung in der Realität würde ihnen meistens zwar etwas sehr Ähnliches zeigen, sie hätten also wirklich kein Geld, aber sie würden mehrere weitere Erfahrungen machen, die sie nicht auf dem Schirm haben.
Die erste ist: Sie würden sich daran gewöhnen, mit wenig klarzukommen. Die zweite und viel wichtigere ist: Sie sind plötzlich inspiriert. Nicht unbedingt von dem, wovon sie denken, dass sie Geld verdienen können oder was sie für gut und richtig halten. Oft ist es sogar das Gegenteil. Sie sind inspiriert von Dingen, die vollkommen absurd sind. Doch im Vergleich zu vorher sind sie wieder inspiriert. Und zwar nicht künstlich, indem sie sich einen künstlichen Sinn geben, sondern vollkommen ohne Sinn. Die Inspiration ist der Sinn selbst. Ein darüber hinausgehender Sinn ist meistens einfach nur erfunden.
Der sogenannte Sinn ist im Leben der meisten Menschen ein künstliches Konstrukt aus absurden Ideen. Ideen, die sie nie überprüft haben. Ideen, die sie nie herausgefordert haben. Ideen, die sie von anderen übernommen haben. Und in den meisten Fällen vor allem Ideen, die es ihnen ermöglichen, Geld zu verdienen. Mit etwas anderem können sie es sich nicht vorstellen, Geld zu verdienen. Ihr begrenztes Vorstellungsvermögen sagt aber nichts über die tatsächliche Möglichkeit aus. Tatsächliche Möglichkeiten entdeckst du erst, wenn du dich wirklich darauf einlässt. Und dieses "wirklich darauf einlassen" enthält für die meisten Menschen so viel Schmerz, dass sie es niemals tun werden.
Es gibt nur eine Möglichkeit, ein zufriedenes Leben zu führen, ohne dich dabei selbst zu verarschen. Indem du die Dinge tust, die Schmerzen auslösen. Und das meine ich natürlich nicht auf eine masochistische Art und Weise, sondern es geht darum, den Schmerz der Veränderung, vor dem du Angst hast, zu konfrontieren. Wenn du einfach so weitermachst, wie du es gewohnt bist, kann sich nichts verändern. Du kannst nicht herausfinden, dass alle deine Gewohnheiten nur Ideen sind, keine Fakten oder Realitäten. Du orientierst dich an deinen gelernten Programmen. Deshalb wage ein Experiment.