Meine Zitate werden weder von mir noch von anderen kuratiert. Auch der anschließende Text ist nicht vorher aufgeschrieben, wurde nicht logisch sortiert und ganz genau durchdacht. Alles entsteht im Moment. Der Verstand lacht darüber. Er macht sich darüber lustig, dass jemand nicht nachdenkt, bevor er spricht. Das sei schließlich wichtig, denn das wurde ihm beigebracht. Und das wurde deinem Verstand beigebracht, um deine Weisheit zu kaschieren. So macht er sich sowohl über deine als auch über die Weisheit der anderen lustig. Er denkt, die einzige Möglichkeit zu denken sei rational. Und das nur, weil er vergessen hat, wie es funktioniert, sich auf Empfang zu stellen.
So kommt es, dass diejenigen, die sich durch meine Zitate getriggert fühlen, zetern und wild um sich schlagen, während sie mir Küchenpsychologie unterstellen. Dort, wo der Verstand aktiv ist, ist meine Arbeit nicht willkommen. Deshalb hatte es auch noch nie einen Wert, wenn ich auf ablehnende Kommentare geantwortet habe. Ganz im Gegenteil. Vollkommen unabhängig davon, wie versöhnlich ich geantwortet habe, meine Antwort wird abgelehnt. Und wenn ich provokativ geantwortet habe, dann natürlich sowieso.
Zwischendurch bekomme ich auch Rückmeldungen, dass sich meine Audios verändert hätten. Meine Pausen wären jetzt zum Beispiel länger als früher. Die Themen verändern sich und ich spreche auch anders über diese Themen. Und genau so ist es. Ich gehe auf aktuelle Themen ein, sowohl gesellschaftlich als auch persönlich und im Verlauf der Zeit ändere ich mich. Genau wie du.
Was die Pausen betrifft, ist es übrigens ganz anders, als die meisten denken. Ich verwende bei meinem Aufnahmegerät nämlich recht häufig die Pausetaste. Wenn du in einer meiner Gruppen bist, dann weißt du, dass ich auch einmal längere Pausen lasse, wenn ich spreche. Diese Pausen mache ich nicht, um nachzudenken. Diese Pausen mache ich so lange, bis das zu mir kommt, was ich sagen soll.
Das klingt seltsam mystisch. Für mich ist es seit vielen Jahren vollkommen normal. Anders kann ich es gar nicht. Würde ich versuchen, die Audioquickies so zu produzieren, wie ich früher in der Schule eine Erörterung geschrieben habe, würde das überhaupt nicht funktionieren und ich würde verzweifeln. Der nächste Satz kommt immer ganz automatisch zu mir, vollkommen ohne Druck. Und wenn kein Satz kommt, dann drücke ich die Pausetaste, damit die Pause für dich nicht zu lang wird.
Wenn du Sprachnachrichten von mir mit längeren Pausen hören willst, dann musst du in die "Entbildung online" kommen. Da wirst du dich dann wundern, denn diese Sprachnachrichten sind etwas anders als die Audioquickies. Da bin ich manchmal sogar echauffiert, ich rege mich auf und es kommt sogar vor, dass ich schimpfe. Doch auch in diesen Nachrichten ist nichts davon geplant. Ich mache mir vorher auch keine Gedanken darüber, was ich sagen werde. Es gibt bei mir einfach kein Kuratorium, weder außerhalb von mir noch in mir. Deshalb kann mir auch niemand sagen, was ich sagen soll, weil ich das selbst noch nicht einmal weiß.
Und genauso wie ich nicht weiß, was ich sagen werde, erinnere ich mich hinterher nicht, was ich gesagt habe. Ich weiß nur, wie ich mich währenddessen fühle. Und vor allem ich fühle mich währenddessen. Das ist kein Spruch, sondern das ist tatsächlich mein Leben. Und während ich einen Audioquickie aufnehme, gilt das sogar noch mehr. Ich kann also meistens noch nicht einmal sagen, ob ich mit dem, was ich gesagt habe, zufrieden bin. Denn wenn ich nicht zufrieden bin, kann ich die Audio gar nicht aufnehmen.
Zufrieden zu sein bedeutet, im Frieden mit dem zu sein, wie es jetzt gerade ist. Selbst wenn das nicht angenehm ist. Das hat mit der Idee von Zufriedenheit also nicht sehr viel zu tun. Wenn man diese Idee verfolgt, dann kuratiert man seine Zitate und seine Texte und glaubt, dadurch Zufriedenheit herstellen zu können. Doch genau das ist nicht der Fall. Du musst zuerst im Frieden sein. Dann stellt sich Zufriedenheit ein.