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    17.8.2026AQ 3188
    »Die Fähigkeit, das Schöne im Hässlichen zu sehen, forciert das Schöne.«
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    Dieses Zitat bedarf einer ausführlichen Erklärung. Ohne Erklärung wird ganz leicht künstliche Positivität und damit geisteskranke Pseudospiritualität daraus. Ich bin mir sicher, dass du das schon beobachten konntest. Menschen, die dann so tun, als ob, um nicht mehr negativ rüberzukommen, leben genau damit komplett an der Bedeutung dieses Zitates vorbei.

    Es geht eben nicht darum, sich die Welt künstlich schönzureden. Aber es geht zumindest darum zu erkennen, an welchen Punkten du dir die Welt künstlich schlechtredest. Das ist der erste Schritt. Ohne diesen ersten Schritt funktionieren alle weiteren nicht. Du musst als Allererstes ehrlich zu dir selbst sein und erkennen, wann du dir die Welt schlecht- und hässlich redest. Das bedeutet nicht, dass du die schlechten Nachrichten ignorieren sollst. Es bedeutet auch nicht, dass du so tun sollst, als würden sie dich nicht berühren. Was du aber überprüfen kannst, ist die Auswahl deiner Nachrichten. Wie kommt sie zustande? Warum findest du ausgerechnet diese Meldungen und keine anderen? Und was wäre falsch daran, zu einer Quelle zu wechseln, die überwiegend positive Nachrichten bringt? Und warum wärst du dann der Meinung, dass du das Negative verdrängst, während du jetzt gerade nicht der Meinung bist, dass du das Positive verdrängst?

    So kannst du erkennen, dass es nie um die Realität geht, sondern um deine erlebte Realität. Du erlebst deine Realität aus ganz bestimmten Gründen so, wie du sie erlebst. Und diese Gründe liegen nicht in der Welt, sondern in dir. Deine Innenwelt definiert, wie du die Welt siehst. Niemals umgekehrt. Du kannst die Welt vor allem überhaupt nicht als Ganzes sehen. Du kannst immer nur die Ausschnitte sehen, die für dich passen. Und diese Ausschnitte passen aus einem ganz bestimmten Grund zu dir. Dieser Grund ist nicht wichtig, aber es ist wichtig zu erkennen, dass es einen geben muss. Wäre dem nicht so, müsstest und könntest du die Welt komplett mit allen Reizen wahrnehmen. Alles Positive, alles Negative und vor allem alles Neutrale. Du hättest dann auch keine Wertung mehr. Das Negative wäre keine Last und das Positive wäre keine Freude.

    Denn wenn du bei einer derartigen Flut an Informationen auf jede Information reagieren würdest, könntest du das überhaupt nicht aushalten. Es stellt sich also immer die Frage: Warum nimmst du das wahr, was du wahrnimmst? Und warum reagierst du so, wie du reagierst? Die Begründung "Die Welt oder die Menschen sind halt scheiße" ist keine gute. Da machst du es dir viel zu einfach. Du schiebst die Schuld zu den anderen und siehst keinen Grund in dir. Wenn du in dir keinen Grund siehst, kannst du niemals frei sein. Dann bist du immer abhängig von der Welt und von den Menschen, die sich aus deiner Sicht falsch verhalten. Warum siehst du die unzähligen Menschen nicht, die sich richtig verhalten? Die Antwort darauf ist ganz einfach: Es sind zu viele. Du kannst das alles überhaupt nicht verarbeiten und es entspricht dir nicht.

    Wenn du das erkennst, kannst du auch erkennen, dass du deine Aufmerksamkeit steuern kannst. Nicht immer, aber zwischendurch. Nicht künstlich, sondern in echt. Du kannst versuchen, das Schöne trotz des Hässlichen wahrzunehmen. Und du kannst vielleicht sogar das Schöne im Hässlichen sehen. Das darf aber auf keinen Fall künstlich sein. Du musst es wahrnehmen wollen. Du musst bereit sein, die Relativität von allem sehen zu können, ohne alles zu relativieren.

    Das ist ein verrücktes Paradox. Du erlebst deine Welt persönlich und kannst trotzdem sehen, dass alles unpersönlich ist.

    Schönes
    Hässliches
    Schönreden