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    14.8.2026AQ 3185
    »Kein einziges Argument und noch nicht einmal eine neue Information wird deine Angst verändern, bis du sie fühlst.«
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    Es gibt immer noch viele Menschen, die sich fragen, warum neue Informationen nicht zu neuen Einstellungen, Haltungen, Meinungen und Verhaltensweisen führen. Der Grund dafür ist relativ einfach, wird aber selten verstanden. Du verarbeitest in erster Linie keine Informationen, sondern Gefühle. Und mit Gefühlen ist keine Gefühlsduselei gemeint, sondern die Körperempfindung, die mit der Information verbunden ist. Und in diesen Körperempfindungen hängen wir fest.

    Wenn wir in Körperempfindungen festhängen, hängen wir auch bei Informationen fest. Wir können alte Informationen dann nicht loslassen und neue Informationen nicht aufnehmen. Wir wissen dann zwar, dass es sie gibt, aber wir glauben sie nicht. Und zwar vollkommen unabhängig davon, wie oft sie durch die erlebte Realität bestätigt wurden.

    Das ist der Kern von kognitiver Dissonanz und den findest du bei Menschen aller Gruppierungen. Du findest diese kognitive Dissonanz bei Gegnern und Befürwortern von bestimmten Argumenten. Du findest sie bei Menschen mit unterschiedlichsten Intelligenzquotienten. Denn der IQ sagt nichts darüber aus, ob man seine Gefühle wahrnehmen kann. Und nur wenn du deine Gefühle wahrnehmen kannst, gibt es die Möglichkeit einer Pause zwischen Reiz und Reaktion, vollkommen unabhängig davon, ob die Reaktion gedanklich oder handelnd ist.

    Wir verteidigen unsere Meinung ab dem Punkt, ab dem es gefühlt schmerzhaft wird. Und das sogar ohne diese Gefühle wahrzunehmen. Das ist das Paradox der Gefühlswelten. Bei vielen existieren sie überhaupt nicht, obwohl sie ganz sicher behaupten würden, welche zu haben. Wir lehnen neue Informationen ab, um diese Informationen nicht an uns heranzulassen. Und wir wollen diese Informationen nicht an uns heranlassen, weil wir instinktiv ahnen, dass sie Gefühle in uns auslösen. Wir erzählen uns selbst lieber eine unwahre Geschichte, als diese Gefühle wahrzunehmen.

    Deshalb hat sich auch im sogenannten Informationszeitalter nichts Wesentliches verändert. Die neuen Informationen dringen nicht zu uns durch, weil wir mit den alten Gefühlen nicht klarkommen. Falls uns jemand herausfordert und mit diesen Gefühlen konfrontiert, sehen wir ihn als Feind. Wir verteidigen dann unsere Haltung, unsere Meinung, unseren Zustand und unsere Situation, nur damit wir nicht mit unserem Schmerz konfrontiert werden. Dieser Schmerz ist nicht einfach. Er erscheint uns unerträglich. Und bevor es so weit kommt, dass wir ihn wahrnehmen, lehnen wir das ab, was ihn auslösen könnte.

    Deshalb bringt es nichts, jemanden von neuen Informationen überzeugen zu wollen. Er müsste vorher bereit sein, seine Körperempfindungen wahrzunehmen. Und solange er dazu nicht bereit ist, müssen wir unsere Körperempfindungen wahrnehmen, die entstehen, wenn wir nichts sagen dürfen.

    Angst
    Fühlen
    Information