Ich formuliere meine Erklärungen meistens so neutral wie möglich. Heute mache ich eine Ausnahme. Ich spreche über einen ganz konkreten Fall. Ich spreche aber nicht deshalb darüber, um einen Menschen bloßzustellen, sondern um dir Erkenntnis zu ermöglichen.
Es gibt eine ehemalige Schülerin, die mich schon lange kennt. Sie war vor acht oder neun Jahren das erste Mal in einem meiner Retreats. Sie war damals aufbrausend bis aggressiv und ich habe ihr frei von Ungeduld und ohne Streit versucht, alles zu erklären, wozu sie Fragen hatte. Sie war bei einer ganzen Menge Retreats dabei und hat in diesen Retreats von mir auch von Soham und Swamiji erfahren.
Du kennst das ja von mir, dass ich meinen Lehrer öffentlich erwähne und mit dieser Information nicht hinter dem Berg halte. Vor einigen Jahren habe ich dann erfahren, dass sie der Meinung ist, diejenigen Schüler, die noch bei mir sind, seien bei mir hängen geblieben. Ich habe versucht, das für mich nachzuvollziehen. Ich gehe zu einem Lehrer. Dieser Lehrer berichtet von einem anderen Lehrer, der auch sein Lehrer ist. Und weil er ihn erwähnt, gehe ich zu seinem Lehrer. Und dann sage ich zu den Schülern meines alten Lehrers, dass sie bei ihm hängen geblieben sind. Und das, obwohl ich dem alten Lehrer meinen neuen Lehrer zu verdanken habe.
Diese Schülerin hat dann auch angefangen, mir Zitate von Swamiji zu schicken. Nach dem dritten oder vierten Zitat habe ich ihr ein Zitat von Swamiji zurückgeschickt. Dieses Zitat heißt: "Vergiss nie die Stufen der Treppe, auf denen du zu mir gekommen bist." Sie hat daraufhin behauptet, dass sie das niemals tun würde. Tatsächlich hat sie es aber längst getan, denn sonst wüsste sie ja, wer ihr Swamiji empfohlen hat. Sie hat mir nie ihre Absicht mitgeteilt, warum sie mir diese Zitate schickt und was sie damit erreichen will. Falls sie mich auf dem Laufenden halten will: Es ist schon sehr unwahrscheinlich, dass ich bei denen, die ich empfehle, nicht auf dem Laufenden bin, falls ich es sein will. Falls ich tatsächlich nicht auf dem Laufenden bin, dann hat das vielleicht auch seine Gründe.
Mir kommt das Ganze sehr missionarisch vor. Etwas, das sie von mir nie erlebt hat. Ich schicke jemandem keine E-Mails, der keine E-Mails von mir will. Ich leite auch keine E-Mails weiter, wenn ich mir nicht absolut sicher bin, dass sie den Empfänger interessieren könnten. Heute hat sie mir einen Newsletter von Soham weitergeleitet, den ich wenige Stunden vorher selbst erhalten habe. Ich bin mir sehr sicher, dass sie mein Verhältnis zu Soham nicht kennt. Mein Verhältnis zu Soham ist nämlich ein ganz besonderes. Eines, das man in Worten nicht beschreiben kann. Er hat mich gelehrt, authentisch zu sein. Wegen ihm habe ich keine Angst, von seiner Lehre oder von der offiziellen spirituellen Lehre abzuweichen. Denn der Kern ist unveränderbar.
Und auch meine Lehre hat eine ganz klare Linie. Diese Linie existiert auch ohne persönlichen Bezug. Und sie existiert jenseits der Worte. Deshalb ist sie unabhängig von meinen Worten. Sie ist auch unabhängig vom Thema. Sie existiert in den Online-Retreats genauso wie in den Bitcoin-Kursen. Ich kann das weder an- noch abstellen. Diese Linie ist von Anfang an unverkennbar — in mir. Und diese Linie ist: Jesus, Osho und Soham.