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    7.8.2026AQ 3178
    »Ein Mensch, der im Namen anderer für alle entscheiden möchte, ist geisteskrank.«
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    Der Grund, warum sich diejenigen, die im Namen anderer für alle entscheiden wollen, durch solche Aussagen angegriffen fühlen, liegt nur daran, dass sie sich nie reflektiert haben. Denn auch wenn es böse klingt, ist es nicht böse gemeint. Denn ein unreflektierter Geist ist krank. Sobald du in der Lage bist, das im Zitat erwähnte Szenario für dich durchzugehen, muss dir vollkommen klar sein, dass du so etwas überhaupt nicht wollen kannst. Menschen, die im Namen anderer für alle entscheiden wollen, sind dazu nicht in der Lage. Denn ihr Wunsch resultiert aus ihrem eigenen Trauma.

    Der einzige Grund, warum es sein kann, dass du über andere bestimmen und herrschen willst, ist, weil du erlebt hast, dass andere über dich bestimmt und geherrscht haben. Da du selbst dabei ein schlechtes Gefühl hattest, wenn über dich bestimmt wurde, hast du interpretiert, dass diejenigen, die über dich bestimmen, ein gutes Gefühl dabei haben. Und so kam es zu der verrückten Verwechslung, es könnte sich gut anfühlen, über andere zu bestimmen. Tatsächlich ist es für dich nur eine kurze Auszeit, denn in der Zeit, in der du über andere bestimmst, kann nicht über dich bestimmt werden.

    Da diese Art von Bestimmer-Karrieren in unserer Gesellschaft gefördert werden, sieht es für die Bestimmer so aus, als wären sie auf dem richtigen Weg. Sie und andere bekommen den Eindruck, sie würden etwas richtig machen. Schließlich werden sie dafür, dass sie über andere bestimmen, immer wieder belohnt. Diese Belohnungen in Form von Gehaltserhöhung oder Karrieresprüngen vermitteln den Eindruck, auf dem richtigen Weg zu sein. Was dabei von allen vollkommen verdrängt wird, sind all die anderen Probleme, die diese Menschen haben. Sie bekommen ihr eigenes Leben nämlich nur scheinbar auf die Reihe. Und sie kompensieren das, was sie nicht auf die Reihe bekommen, mit den Belohnungen, die sie im Rahmen ihrer Karriere bekommen. Geld und Macht sind für sie so wichtig, weil sie damit alle ihre Probleme kaschieren.

    Ohne diese Belohnungen würden sie ihren Weg früher oder später in Frage stellen. Sie würden an sich zweifeln und auch an ihren Problemen verzweifeln. Davon haben sie nämlich eine ganze Menge und sie haben vor allem ein großes Problem. Nämlich die Frage: Wie kann man glücklich sein, wenn man unterdrückt wird? Ihre einzige Möglichkeit ist es, die Rolle des Unterdrückers zu übernehmen. So züchtet eine Generation von Herrschern die nächste. Diejenigen, die am meisten unterdrückt wurden und am wenigsten darüber reflektieren können, wählen eine Karriere, in der sie das an anderen ausleben können, was ihnen widerfahren ist.

    So ergibt sich ein Kreislauf aus Tätern und Opfern, der ausschließlich individuell unterbrochen werden kann. Sowohl Täter als auch Opfer müssen sich ihrer Rolle bewusst werden. Beide können durch Erkenntnis aus diesem Spiel aussteigen. Und bevor du jetzt analysierst, ob es anderen möglich ist, aus diesem Spiel auszusteigen, schau lieber bei dir. Ist es dir möglich, das Spiel zu erkennen und nicht mehr weiterzuspielen? Viele Menschen können das Problem mit Hilfe ihres Geistes klar erfassen. Doch die Programmierung ihres Verstandes ist so stark, dass sie keinen Ausweg sehen. Sie wollen es nicht anders machen und behaupten deshalb, sie können es nicht anders machen.

    Es stimmt, dass es in bestimmten Fällen schwierig oder gar unmöglich erscheint. Aber in den meisten Fällen gibt es die Möglichkeit der kleinen Schritte. Nicht alles auf einmal. Auch das Problem ist nicht auf einmal, sondern schrittweise entstanden. Und wenn du immer wieder einmal einen kleinen Schritt heraus machst, hast du die Möglichkeit, im Lauf der Zeit herauszukommen — auch wenn du zwischendurch wieder zurückgehst.

    Die anderen zu erkennen ist wichtig und richtig. Noch wichtiger ist es, dich selbst zu erkennen.

    Entscheidung
    Bestimmer