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    31.7.2026AQ 3171
    »Sprache verallgemeinert immer.«
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    Wenn du versuchst, dem zu entkommen, drückst du dich zwar immer präziser aus, bewegst dich gleichzeitig aber auch immer mehr in Richtung Psychose. Die Berücksichtigung jedes kleinsten Details trägt aber noch nicht einmal dazu bei, dass man dich besser versteht. Ganz im Gegenteil. Es trägt dazu bei, dass auch derjenige, der dir zuhört, der Psychose immer näher kommt.

    Wenn Sprache nicht mehr verallgemeinern darf, ist sie kein Mittel für ihren ursprünglichen Zweck mehr. Sie ist dann eine Waffe von Psychopathen für Psychopathen. Und genau deshalb wird Sprache derzeit instrumentalisiert. Deshalb gibt es eine öffentliche Sprachpolizei und du wirst verurteilt, wenn du vollkommen logische und einfache Erklärungen wie zum Beispiel "geistig behindert" verwendest.

    Um die Verallgemeinerung der Sprache an einem ganz einfachen Beispiel festzumachen: Wenn du von einem Tisch sprichst, dann hast du ihn nicht im Detail beschrieben. Trotzdem weiß jeder, was gemeint ist. Und das, obwohl es sehr viele verschiedene Arten von Tischen gibt. Sie sind aus verschiedenen Materialien gefertigt, es gibt sie in verschiedenen Farben und natürlich auch in vielen verschiedenen Größen und Formen. Wenn du also von einem Tisch sprichst, dann weiß zwar jeder, was gemeint ist — und trotzdem stellt sich jeder, mit dem du sprichst, einen anderen Tisch vor.

    Wenn es für deine Erzählung sehr wichtig ist, wie dieser Tisch aussieht, dann kannst du ihn natürlich im Detail beschreiben. Wenn du aber versuchst, das mit allem zu machen, was du erwähnst und beschreibst, dann wirst du verrückt. Falls das nicht das Ziel der Sprachpolizei ist, so ist es trotzdem das Ergebnis davon. Wenn du nicht verallgemeinern darfst und immer alle einschließen musst, landest du im beschreibenden Wahnsinn. Ganz besonders schön kannst du das wieder einmal in der spirituellen Szene beobachten.

    Wie oft hast du in den Kommentaren schon einmal gelesen, dass jemand die Aussage zu pauschal fand und sie deshalb relativiert hat? Bezeichnenderweise enden Diskussionen darüber ebenfalls im Wahnsinn. Denn da hat der wahnsinnige Anteil in einem Kommentator geschrieben und der wahnsinnige Anteil in dem anderen hat darauf reagiert. Und so schaukeln sie sich gegenseitig in ihrem Wahnsinn hoch. Solche Diskussionen können deshalb niemals zu einem vernünftigen und für beide Seiten angenehmen Ergebnis führen. Sie enden immer im Streit.

    Und damit habe ich jetzt unfairerweise verallgemeinert, denn sie enden natürlich nicht immer im Streit, aber in 99 oder 98 oder 97 oder 96 oder 95 Prozent der Fälle. Oder sind es vielleicht sogar nur 80 Prozent? Und woher will ich überhaupt wissen, in wie vielen Prozent der Fälle so etwas im Streit endet? Kannst du den Hirnfick schon fühlen oder soll ich noch ein bisschen weitermachen? Daran siehst du jetzt auch, worum es tatsächlich geht. Es geht nicht darum, ob sich jemand hundertprozentig exakt ausdrückt. Es geht auch nicht darum, ob ein anderer das 100 Prozent exakt versteht. Es geht darum, ob sich die beiden wohlgesonnen sind oder nicht.

    Wenn sie sich wohlgesonnen sind, kann ihre Sprache problemlos verallgemeinern. Sie meinen es ja nicht böse. Wenn sie sich nicht wohlgesonnen sind, kann es keiner dem anderen recht machen, ganz egal, wie detailliert er formuliert. Und deshalb kannst du an den Sprachregelungen ablesen, wer sich gegenseitig nicht mag.

    Sprache
    Verallgemeinerung
    Sprachpolizei