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    23.7.2026AQ 3163
    »Geh dorthin, wo du gut behandelt wirst.«
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    Das heutige Zitat klingt logisch und sehr einfach. In der Praxis ist es für die meisten Menschen sehr schwer umsetzbar. Denn dem Zitat fehlt etwas Entscheidendes. Und zwar eine sinnvolle Anleitung. Und sinnvoll ist eine Anleitung nur, wenn sie in deiner Praxis funktioniert. Deshalb bekommst du sie heute von mir.

    Die Spirituellen halten sich meistens mit der falschen Frage auf. Sie fragen sich: "Warum passiert das ausgerechnet mir?" "Was will mir das Universum damit sagen?" Das sind zwar generell interessante Fragen und es gibt auch interessante und spannende Antworten darauf, doch diese Antworten enthalten nicht die praktische Lösung.

    Das weißt du aus eigener Erfahrung. Du hast das nämlich schon einmal erlebt, weil du es schon einmal versucht hast. Jemand hat dich schlecht behandelt, du hast dich umgedreht, bist gegangen und nie wiedergekommen. Und dann bist du zu jemand anders gegangen und hast gehofft, dass man dich dort besser behandelt. Doch genau das ist nicht eingetreten. Und wenn das oft genug hintereinander passiert, suchst du die Schuld bei dir. Jeder gute Spirituelle sucht die Schuld bei sich.

    Ich sage nicht, dass das grundsätzlich falsch ist, sich zu hinterfragen und sich nach den Gründen zu fragen. Es ist aber gar nicht so einfach, eine wirklich gute Antwort darauf zu bekommen. Eine Antwort, bei der der Verstand nicht mitmischt. Eine Antwort, die frei ist von Urteilen. Wenn wir uns derartige Fragen stellen, dann neigen wir dazu, sie rational zu beantworten. Eine rationale Antwort bedeutet: Sie kommt nicht aus unserer erlebten Erfahrung. Und genau dort liegt der Schlüssel zur Lösung.

    Es geht also gar nicht so sehr darum, die richtigen Fragen zu stellen. Es stellt sich die Frage: Wie und wo bekommst du die richtigen Antworten? Antworten, die keine mehr sind, weil es dir wie Schuppen von den Augen fällt. Und dazu musst du die Situation erleben. Das bedeutet, es hätte gar keinen Wert, wenn du einfach nur dorthin gehen könntest, wo du gut behandelt wirst und alles ist erledigt. Du musst lernen, wie es geht, dass du schlecht behandelt wirst, was dabei in dir geschieht, wie du darauf reagierst und warum du das vermeiden willst.

    Selbstverständlich geht es um das Gefühl, also um die Körperempfindung, die du währenddessen fühlst, weil du sie lieber nicht fühlen würdest. Aber es geht noch um ein bisschen mehr. Beziehungsweise deine Fähigkeit, die Körperempfindung zu fühlen, führt dich dorthin, wo Veränderung stattfindet. Dort erkennst du zum Beispiel automatisierte Handlungen, automatisierte Verhaltensweisen von dir. Und jetzt rate mal, wie du die veränderst. Nicht durch Fragen und schlaue Antworten, sondern indem du währenddessen immer bewusster wirst.

    Das geht selbstverständlich nicht von heute auf morgen und deshalb ist die Lösung für das heutige Zitat eine ganz andere, als dir die Spirituellen immer sagen: "Geh einfach dorthin, wo du gut behandelt wirst." Dieses Einfach gibt es nicht. Dieses Einfach musst du üben. Und du übst es, indem du es bewusst erlebst. Bevor du also einfach dorthin gehen kannst, wo du gut behandelt wirst, musst du schwierig dorthin gehen, wo du nicht gut behandelt wirst.

    Das bedeutet natürlich nicht, dass du dir extra diejenigen aussucht, die dich ganz besonders schlecht behandeln. Aber es bedeutet, dass das ein Prozess ist. Du wirst irgendwo schlecht behandelt, du gehst zu einem anderen. Dort wirst du wieder schlecht behandelt und gehst wieder zu einem anderen. Dort wirst du wieder schlecht behandelt und gehst wieder zu einem anderen. Und statt dich nur darüber aufzuregen, wie beschissen du behandelt wirst, erlebst du es so bewusst wie möglich. Jedes Mal ein Stück bewusster.

    Nach ein paar Jahren der Übung macht es dir gar nichts mehr aus, dass du schlecht behandelt wirst und es ist ein Abenteuer für dich, es zu beobachten. Außerdem stehst du zu dir und diesem Abenteuer. Das musst du niemandem sagen. Das findet in dir statt. Im Lauf der Zeit wirst du dadurch immer stabiler, weil du dich kennst, weil du genau weißt, wann du abschaltest, warum du abschaltest und was passiert, wenn du abschaltest. Dadurch kannst du auch immer leichter zu dir stehen und dich umdrehen und gehen.

    Du lernst dadurch auch, dass es immer Alternativen gibt. Und langsam, aber sicher merkst du plötzlich, wie du besser behandelt wirst. Und das nicht, weil du die anderen kennst, sondern weil du dich selbst kennengelernt hast. Und genau dort liegt der Fehler in diesem Zitat. Die Menschen, die es sagen und die Menschen, die es hören, denken, sie müssten die anderen kennenlernen, um dorthin gehen zu können, wo sie gut behandelt werden. Tatsächlich müssen sie sich selbst gut kennenlernen, um dorthin gehen zu können, wo sie gut behandelt werden.