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    20.7.2026AQ 3160
    »Menschen, die ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe kriegen, neigen dazu, sich mit sinnlosen Aufgaben zu beschäftigen.«
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    Wenn du anfällig für sinnlose Aufgaben bist, ist es gut möglich, dass du die Umwelt, das Klima oder die Demokratie schützen willst. Das sind alles Dinge, auf die du in Wahrheit überhaupt keinen Einfluss hast. Wenn du dich trotzdem damit beschäftigst, hat das einen großen Vorteil für dich. Der Schmerz über dein eigenes Versagen bleibt so im Verborgenen. Du bist abgelenkt und sinnlos beschäftigt.

    Erst wenn diese sinnlosen Pseudoaufgaben wegfallen, kommt der Schmerz wieder nach oben, von dem du dich mit diesen Aufgaben abgelenkt hast. Verrückterweise ist das ein ähnlicher oder sogar der gleiche Schmerz, den diese sinnlosen Aufgaben ausgelöst haben. Du hast also gedacht, du leidest oder du fühlst Schmerzen, weil die Umwelt, das Klima oder die Demokratie in Gefahr ist. Doch tatsächlich hattest du diese Schmerzen, weil du mit deinem eigenen Leben nicht zufrieden bist. Und auch diese Schmerzen kommen nicht von der Unzufriedenheit, es sind die unverarbeiteten Gefühle deiner Kindheit. Kein Mensch fühlt die gerne und deshalb erfinden wir allerlei Ablenkungen.

    Wir sind dann verrückterweise vollkommen überzeugt davon, dass diese Gefühle mit dem zu tun haben, womit wir uns momentan beschäftigen. Die Welt kommt uns aber nicht so hoffnungslos vor, weil sie jetzt gerade hoffnungslos ist. Die Welt kommt uns hoffnungslos vor, weil unsere Kindheit hoffnungslos war. Und da sich die Themen wiederholen, kommen sie uns vertraut vor. Und das Vertrauteste an diesen Themen sind wie immer unsere Gefühle. Die kennen wir schon. Praktischerweise sind auch noch die Themen stark verwandt und so erinnern wir uns leichter an unsere Gefühle. Das Thema des Rechtsrucks kennst du auch schon aus deiner Kindheit. Genauso Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung.

    Die Themen, die uns Angst machen, wiederholen sich. Doch das Wichtigste ist die Angst, die wir nicht fühlen wollen. Und deshalb beschäftigen wir uns mit sinnlosen Aufgaben, die die gleichen oder ganz ähnliche Gefühle wie in unserer Kindheit hervorrufen. Wir können dann immer sagen, dass es gar nicht an uns liegt, warum wir uns so fühlen, sondern an der bösen Welt da draußen. Diese Welt ist so schlimm, dass sie auch für unsere schlimmsten Gefühle verantwortlich ist. Und so bleiben wir im Hamsterrad der Gefühle stecken.

    Nichts davon ist deshalb so, weil ich es mir so wünsche oder weil ich es auf diese Art gut erklären kann. All das ist so, weil es jeder beobachten kann. Niemand, der darüber spricht, hat irgendetwas erfunden. Sie haben es alle nur aufgedeckt.

    Wenn du dich mit sinnlosen Aufgaben ablenkst, halte inne und fühle. So vermeidest du den Umweg über die äußere Welt. Und wenn du diesen Umweg vermeidest, kannst du auch nicht instrumentalisiert werden. Du fällst nicht mehr auf die Geschichten herein, die dir erzählt werden. Und du arbeitest am Einzigen, worum es in diesem Leben gehen kann.

    sinnlose Aufgaben
    Kindheit
    Schmerz