Was sich so einfach anhört, hat einen sehr viel tieferen Hintergrund. Dieser tiefere Hintergrund wird sehr leicht nicht erkannt, da einige meiner Zitate mit jenen in Resonanz gehen, die pro oder anti sind. Sie meinen, sie hätten das Zitat richtig erfasst. Dabei haben sie noch nicht einmal an der Oberfläche gekratzt.
Wenn du zu den Konsequenzen deiner Entscheidung stehst, bedeutet das viel mehr, als nur für dich einzustehen. Und es kann auch einen viel größeren Effekt haben, als dich selbstbewusst erscheinen zu lassen. Denn ich meine in erster Linie nicht, dass du gegenüber den anderen zu den Konsequenzen deiner Entscheidung stehen sollst, sondern vor dir. Vor deinem Verstand, der dich fertig macht. Und der dir sagt: "Du hast es wieder einmal falsch gemacht. Du hättest es anders machen müssen. Andere treffen die richtigen Entscheidungen, nur du nicht." Und so weiter.
Du kennst all die Vorwürfe deines Verstandes. Wenn du zu den Konsequenzen deiner Entscheidung stehst, dann bedeutet das: Du erkennst und anerkennst die Tatsache, dass du dich nur einmal entscheiden konntest. Du kannst keine A/B-Tests machen. Wenn du an einer Weggabelung stehst, musst du dich für einen Weg entscheiden. Und es macht überhaupt keinen Sinn, dich für die Entscheidung zu verurteilen. Denn schlau reden und dich verurteilen, das machen die anderen ganz umsonst.
Ich meine damit kostenlos. Und hoffentlich machen sie es bei dir auch umsonst, weil du weißt, du hattest eine Wahl, du hast dich entschieden und jetzt lebst du mit den Konsequenzen deiner Entscheidung. Das bedeutet nicht, dass du dir deine Entscheidung schönreden musst. Du kannst erkennen, wenn du einen Fehler gemacht hast. Und du kannst dich sogar darüber ärgern. Das ist alles kein Problem. Aber steh dazu, dass du es so getan hast. Auch wenn es ein Fehler war.
Wenn du konsequent zu den Konsequenzen deiner Entscheidung stehst, ergibt sich eine neue Möglichkeit für dich. Du kannst deine Situation jetzt nüchtern betrachten. Du läufst nicht mehr aufgescheucht wie ein Huhn durch die Gegend und machst dir oder anderen Vorwürfe. Du hast deine Entscheidung, auch wenn es eine Fehlentscheidung war, verarbeitet. Du musst nicht mehr auf dir oder auf anderen herumhacken und du kannst deine Situation ganz genau analysieren. Und du kannst herausfinden, was du ab jetzt tun willst. Willst du dich mit der Vergangenheit beschäftigen und dich und andere verklagen? Oder willst du im jetzigen Moment das tun, was möglich ist?
An dieser Stelle kommt ein schönes Paradox, denn das zu tun, was möglich ist, kann auch bedeuten, jemanden zu verklagen. Wenn du zu den Konsequenzen deiner Entscheidung stehst, dann machst du das allerdings mit einem klaren Kopf. Dein Verstand argumentiert nicht mehr wie wild, um sich gegenüber seinen eigenen Angriffen zu verteidigen. Du kannst ihn jetzt zum Denken benutzen. Und du kannst eine weitere Entscheidung treffen, zu deren Konsequenzen du wieder stehen wirst.