Hättest du von Anfang an viel Geld, würdest du auf viele dumme Gedanken kommen. Wenig Geld zu haben, zwingt dich dazu, die vorhandenen Ressourcen sinnvoll einzusetzen und einfallsreich zu sein. Du lernst, nichts zu verschwenden. Du lernst, aus wenig mehr oder sogar viel zu machen. Wenig Geld zu haben ist eine harte Schule, aber sie lohnt sich. Sie lohnt sich für dich und für alle, die von dir lernen wollen. Niemand kann so gut mit Geld umgehen wie derjenige, der lernen muss, mit wenig auszukommen. Und niemand weiß etwas mehr Geld so sehr zu schätzen wie derjenige, der wenig davon hat.
Viele Menschen denken, es sei ein Vorteil, mit viel zu beginnen. Für die meisten, die mit viel beginnen, ist es tatsächlich ein Nachteil. Sie können sich zwar von Anfang an viel leisten, aber sie wissen es gar nicht zu schätzen. Sie können auch von Anfang an viel bewegen. Doch auch das können sie nicht genießen. Auch sie sind in den meisten Fällen getrieben, getrieben von dem Wunsch, noch mehr zu haben. Getrieben von der Gier und getrieben von der Angst, alles zu verlieren. Alfred Krupp beantwortete die Frage, was seine größte Angst sei, als er bereits Milliardär war. Er sagte, seine größte Angst sei, arm zu sterben.
Viel Geld zu haben ist also gar nicht so hilfreich. Wenig Geld zu haben ist unbezahlbar, da du viel mehr lernst. Im Umkreis reicher Menschen halten sich viele Menschen nur deshalb auf, weil sie deren Geld wollen. Diese Gefahr besteht nicht, wenn du wenig Geld hast. Wenn du wenig hast, kannst du dir sicher sein. Wenn du viel hast, bist du immer unsicher. Außerdem wirst du bequem. Wenn du dir alles leisten kannst, lässt du andere für dich organisieren, was du normalerweise selbst tun müsstest. Das ist zwar komfortabel, bildet dich aber nicht. Einfach deshalb, weil keine Notwendigkeit besteht. Ohne die Erfahrung, wenig Geld zu haben, ist die Erfahrung, viel Geld zu haben, nichts wert. Wenn dir der Vergleich fehlt, weißt du es überhaupt nicht zu schätzen.
Im Idealfall hast du also ein turbulentes oder zumindest wechselhaftes Leben, was Geld betrifft. Für viele andere Bereiche gilt das auch. Je stärker der Kontrast, desto mehr lernst du. In allererster Linie über dich selbst. Du lernst, wie du wirklich bist und du siehst, ob dich die Veränderung von Situationen tatsächlich auch verändert. Oder ob das, wie du bist, konstant ist. Das kannst du sowohl auf deine Persönlichkeit und Charaktereigenschaften als auch auf dein Bewusstsein beziehen. Bist du arm das gleiche Bewusstsein, wie wenn du reich bist? Und werden arm die gleichen Charaktereigenschaften bei dir sichtbar, wie wenn du reich bist?
Um das herauszufinden, brauchst du nichts anstreben, was jetzt nicht hier ist. Du musst also weder versuchen, reich zu werden, wenn du arm bist, noch arm zu werden, wenn du reich bist. Du musst erst einmal herausfinden, wie es in deiner jetzigen Situation frei von dem Gequatsche deines Verstandes wirklich ist.