Du hast es bestimmt schon öfter gehört, dass jemand nur eine Schachfigur sei. Wir meinen damit, dass er manipuliert ist und nur als Werkzeug für die Pläne anderer dient. Gleichzeitig unterstellen wir ihm böse Absichten. Und das ist falsch. Entweder ist er eine Schachfigur oder er hat Absichten. Natürlich haben Menschen, die als Schachfiguren benutzt werden, auch Absichten, aber sie wissen nichts von der größeren Absicht. Sie haben egoistische Absichten — so nennen wir das zumindest — weil sie sich zum Beispiel am Geld oder an der scheinbaren Macht orientieren.
Diese Menschen haben nicht das Gefühl, eine Schachfigur zu sein. Sie glauben, sie machen in ihrem Sinne alles richtig. Und sie verbitten sich die Idee, es gäbe einen größeren Plan, bei dem sie nur eine Schachfigur auf dem Spielbrett des Schachspielers sind. Deshalb verwerfen sie jede Idee eines Plans als Verschwörungstheorie. Und das, während sie selbst Teil der Verschwörung sind, ohne es zu wissen. Sie sind nicht deshalb ein Teil, weil sie den Plan kennen. Sie sind ein Teil, weil sie eine willige Schachfigur sind.
Eine Schachfigur muss und darf nicht wissen, was der Plan ist. Sonst entwickelt sie ein Eigenleben, das dem Plan entgegensteht. Und zwar selbst dann, wenn sie denkt, den Plan zu verfolgen. Es darf nur einen geben, der einen Plan hat und den Plan ausführt. Jede selbst denkende Schachfigur verdirbt den Plan. Und der größte und großartigste Schachspieler ist das Ego. Wir denken, wir machen das Richtige, weil es uns unser Ego sagt. Und genau das ist die Falle. Denn die großen Pläne werden nicht über geheime Botschaften und konspirative Treffen weitergegeben. Die großen Pläne werden vom Ego gesendet und vom Ego empfangen. Und das Ego funktioniert am allerbesten über Verführung.
Wenn du tatsächlich gesteuert oder sogar unterdrückt wirst, dann merkst du das. Wenn du verführt wirst, merkst du es nicht. Und wenn du es nicht merkst, dann verteidigst du, was du tust. Selbst dann, wenn es offensichtlich falsch ist. Dadurch stehst du zu dem, was du tust und hast noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen.
Wer sich selbst erkennt, erkennt auch die Elite und alle ihre Helfer. Es bleibt dir nichts verborgen. Du musst dazu nicht die exakten Pläne kennen. Es genügt, dass du weißt, wie es funktioniert. Wer beim anderen nach dem Fehler sucht, kann das nicht verstehen und wird es niemals herausfinden. Für den, der bei sich selbst schaut, sind alle anderen ein offenes Buch.
Sich selbst zu erkennen ist eine Superkraft, die dazu führt, dass du alle anderen erkennst. Es funktioniert aber nur in dieser Richtung: Erst erkennst du dich selbst, dann die anderen.