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    5.7.2026AQ 3145
    »Lernen ist ein Gefühl.«
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    Wenn du zum ersten Mal etwas verstehst, dann fühlt sich das gut an. Deshalb funktioniert Lernen nur über Gefühle und deshalb funktioniert Lernen, wie wir es gelernt haben, nicht wirklich. Das heutige Zitat ist der Grund, warum unsere Schulen versagen. In unserem Schulsystem werden die guten Gefühle ausgeschlossen. Wir denken: "Lernen kommt von Wiederholung oder auch von möglichst viel Druck." Und das stimmt bedingt, denn es funktioniert bis zu einem gewissen Punkt. Und dieser Punkt ist der Zusammenbruch. Wann der kommt, weiß keiner so genau. Bei manchen sehr früh schon während der Schulzeit und bei manchen erst später als sogenannte Midlife Crisis oder Depression. Denn die kommen ganz oft dadurch, dass man mit Druck statt mit Freude lernt.

    Verrückterweise wären wir viel effizienter, würden wir mit Freude lernen. Wir wären auch viel besser in dem, was wir tun: unserer sogenannten Arbeit. Es ist ganz wichtig zu verstehen, dass ich damit kein "Hippie-Lernen" meine. Es geht dabei nicht um "Laissez-faire" oder "Leck mich am Arsch". Es geht auch nicht darum, dass man nur dann lernt, wenn man gerade zufälligerweise einmal Lust hat. Es geht darum, dass man Lernen erst einmal von Grund auf versteht. Und man kann es erst dann wirklich verstehen, wenn man bereit und in der Lage ist, sich selbst genauestens zu beobachten. Und man kann sich selbst erst dann genauestens beobachten, wenn man herausgefunden hat, dass Gefühle Körperempfindungen sind und dass man diese Körperempfindungen unabhängig von den Gedanken wahrnehmen kann.

    Bis dahin ist alles Nachdenken und Reden über Lernen theoretische Philosophie. Man möchte zwar mitreden und man hat eine feste Meinung dazu. Aber man kann das Thema in der Tiefe überhaupt nicht erfassen, weil bestimmte Erfahrungen beziehungsweise Fähigkeiten fehlen. Solange man in Vorstellungen von etwas gefangen ist, kann man nur theoretisch darüber sprechen. Deshalb können die meisten das heutige Zitat auch überhaupt nicht erfassen. Sie denken vielleicht, dass es provokativ sei, oder sie unterstellen mir, dass ich möglichst philosophisch wirken möchte. Beides ist nicht der Fall. Es ist nichts anderes als einfachste Beobachtung.

    Dazu kommt, dass unsere gesamte Lernerfahrung mit Gefühlen verbunden ist. Das heißt, nicht nur der Moment, in dem wir etwas verstehen, ist ein Gefühl, sondern der gesamte Prozess und die gesamte Umgebung, wo wir lernen, ist mit Gefühlen verbunden. Und die meisten unserer Gefühle sind nicht positiv. Deshalb denken viele ab einem bestimmten Alter, dass sie jetzt nichts mehr lernen können. Tatsächlich wollen sie nichts mehr lernen. Und auch das stimmt nicht, denn in Wahrheit wollen sie andere Gefühle, während sie lernen. Sie wollen Erfolgserlebnisse beim Lernen. Und dazu brauchen sie keinen Lehrer oder Professor, der sie stresst, sondern jemanden, der weiß, wie schön es ist, etwas zu lernen.

    Dabei ist es oft hilfreich, wenn man sich auf das konzentriert, was man wirklich lernen möchte. Denn dabei blühen Menschen so sehr auf, dass sie kaum aufzuhalten sind. Sie werden wieder zu den Genies, die sie von Anfang an waren. Das gute Gefühl, etwas verstanden zu haben, hilft ihnen dabei.

    Lernen
    Schule