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    4.7.2026AQ 3144
    »Spiritualität ist für dich, nicht für die anderen.«
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    Die Sätze der spirituellen Lehrer sind für dich und nicht zum Weitertratschen. Der Verstand testet sie natürlich direkt in der Welt, also bei den anderen. So funktioniert unser Ego. Es verwendet die Sätze der Lehrer für sich statt gegen sich. Und so holt es diese auswendig gelernten Sätze immer genau zum falschen Zeitpunkt hervor.

    Zum Beispiel, wenn du gerade mit jemandem diskutierst oder vielleicht sogar streitest. Wenn du zumindest gerade deinen Standpunkt klar machen willst. Oder wenn du merkst, dass der andere seinen Standpunkt gerade sehr deutlich vertreten hat. Dann verwendest du die Sätze der spirituellen Lehrer, um die anderen zu relativieren. Dann sagst du zum Beispiel solche Sätze wie: "Wir sind doch alle gegenseitig Lehrer." Oder: "Jeder ist sein eigener Guru." Und so verwässerst du die Sätze der Lehrer. Ihr Wahrheitsgehalt ist nämlich nicht unabhängig von dem, der sie sagt und mit welcher Absicht er sie sagt.

    Sobald du sie manipulativ einsetzt, sind sie nicht mehr wahr — ganz egal, wie sehr du darauf beharrst. Das ist übrigens eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein spiritueller Lehrer haben muss. Er muss frei sein von dem Wunsch, andere zu manipulieren. Und genau das ist nicht der Fall bei denen, die die spirituellen Sätze einfach nachplappern. Sie sagen diese Sätze, weil sie andere manipulieren wollen. Sie wollen schlau erscheinen und den anderen in seiner Argumentation relativieren. Sie kämpfen mit den anderen und sie setzen die spirituellen Sätze beim Kampf gegen die anderen ein.

    Das würden sie so natürlich nie zugeben. Aber diese Form der spirituellen Rechthaberei kannst du an jeder Ecke finden. Alle wollen sich gegenseitig erzählen, was sie alles wissen und was sie alles können. Dabei können sie es gar nicht. Sie haben es nur auswendig gelernt. Viele erzählen dir ihre Erkenntnisse so, als hätten sie sie gemeistert. Doch sobald du die Möglichkeit hast, hinter die Kulissen zu blicken, merkst du, dass das noch lange nicht der Fall ist. Sie sind von Meisterschaft meilenweit entfernt. Sonst müssten sie auch nicht so viel darüber reden.

    Ein wahrer Meister strebt nicht nach Anerkennung. Er strebt nach Meisterschaft. Er versucht nicht, seine jeweiligen Gesprächspartner mit schlauen spirituellen Sätzen zu beeindrucken. Er will noch nicht einmal als spiritueller Meister erkannt werden. Das spirituelle Ego will genau das Gegenteil davon: Es will den anderen die spirituelle Welt erklären. Es glaubt und ist überzeugt. Es ist so überzeugt, dass es dringend auch andere überzeugen will.

    All das, bevor es Spiritualität selbst gemeistert hat.