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    27.6.2026AQ 3137
    »Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob du von etwas begeistert bist oder ob du es lebst.«
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    Begeistert bist du schnell. Es zu leben dauert lang. Und obwohl du Begeisterung im Körper fühlen kannst, ist sie in den meisten Fällen eine reine Kopfgeschichte. Und alles, was daraus entsteht, ist eine Übersprungshandlung. Das kannst du daran erkennen, dass wir unsere Begeisterung meistens teilen wollen. Und wir wollen nicht nur unsere Begeisterung teilen, wir wollen das, wovon wir begeistert sind, auch gleich anwenden. An anderen! Und das, ohne es vorher selbst versucht zu haben. Wir sind also in dem, wovon wir begeistert sind, noch nicht einmal Anfänger. Wir haben nur davon gehört oder davon gelesen. Und unser Kopf will sofort etwas daraus machen. Er will aber nicht, dass du es selbst umsetzt. Er will, dass du damit anderen hilfst. Das ist purer Wahnsinn, den die meisten nicht erkennen können. Und falls sie ihn erkennen, wollen sie ihn nicht erkennen und verdrängen es sofort wieder.

    Begeisterung, die im Körper fühlbar ist, musst du erst einmal aushalten. Die meisten halten das Gefühl von Begeisterung nicht aus. Deshalb wollen sie sofort etwas damit machen. Und an diesem Punkt kommen dann diejenigen ins Spiel, die ihnen sagen, dass sie jeden Traum, also auch jede Begeisterung, umsetzen sollen. Und dann wundern sich alle, wenn sie scheitern. Wenn du nur begeistert bist, musst du scheitern und es ist gut, dass du scheiterst. Begeisterung existiert nicht, damit du alles umsetzt. Begeisterung existiert, damit du alles fühlst — und zwar auch die guten Gefühle. Viele denken, dass nur die schlechten Gefühle die schwierigen Gefühle seien. Sie sind überzeugt und behaupten, dass die schlechten Gefühle nicht so leicht zu fühlen sind wie die guten Gefühle. Und das ist grundlegend falsch. Begeisterung ist ein solches Beispiel.

    Wie oft warst du schon begeistert und hast innegehalten, um die Begeisterung zu fühlen? Sehr wahrscheinlich hast du nicht angehalten. Du hast das gemacht, was dir dein Verstand diktiert. Du wolltest sofort mit der Umsetzung beginnen und du wolltest deine Begeisterung dadurch weitergeben. Das ist der exakt gleiche Mechanismus wie bei schlechten Gefühlen. Wir kennen weder die schlechten noch die guten Gefühle, weil wir sie bisher nie gefühlt haben. Eine freudige Erregung verlangt von dir gar nichts. Sie verlangt keine Umsetzung. Das ist, was dein Verstand daraus macht. Und er überzeugt dich notfalls auch mit spirituellen Sätzen dazu. Er sagt dir, dass Begeisterung ja einen Sinn haben muss und dass du diese freudige Energie jetzt einsetzen musst zum Wohl des großen Ganzen.

    Auch das ist eine Übersprungshandlung. Es ist dein Verstand, der nicht fühlen will. Und damit verleitet er dich, etwas an andere weiterzugeben, das du selbst nicht lebst. Er verleitet dich, so zu tun, als könntest du es bereits, nur weil du begeistert bist. Von etwas begeistert zu sein, bedeutet nicht, dass du es gemeistert hast. Begeisterung ist höchstens der Beginn der Evaluierungsphase. Wenn du begeistert bist, hast du mit der Umsetzung noch nicht einmal begonnen. Erst die Arbeit nach der Begeisterung zeigt dir, ob es wirklich etwas für dich ist, weil die Begeisterung auch nach Rückschlägen erhalten bleibt.

    Ohne diesen Realitätscheck hat Begeisterung überhaupt keinen Wert, außer dass du sie fühlen kannst.

    Begeisterung
    Übersprungshandlung