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    19.6.2026AQ 3129
    »Diejenigen, die in den letzten Jahren eine Massenpsychose nicht erkennen konnten, wären vor neunzig Jahren im Widerstand gewesen.«
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    Um im Widerstand sein zu können, ist es notwendige Voraussetzung, eine Massenpsychose erkennen zu können. Wenn du eine Massenpsychose nicht erkennen kannst, kannst du überhaupt nicht entscheiden, auf welcher Seite der Widerstand steht beziehungsweise auf welcher Seite der Widerstand stehen müsste. Dann glaubst du der Propaganda, die dir sagt: Du stehst auf der richtigen Seite, während du dem offiziellen Narrativ folgst. Man kann dir dann glaubhaft versichern, dass deine Hörigkeit etwas Positives ist. Und es fühlt sich ja auch gut an, auf der Seite der Guten zu stehen und alles richtig zu machen. Es gab aber noch nie einen Widerstand, der alles richtig gemacht hat.

    Wer alles richtig macht, hat noch nie etwas Interessantes oder gar Außergewöhnliches getan. Zu glauben, auf der richtigen Seite zu stehen, während man der Propaganda der Regierung glaubt, ist so einfältig und töricht, dass es kaum auszuhalten ist. Die Bestätigung durch die Obrigkeit gibt dir zwar ein gutes Gefühl, ist aber keine Garantie dafür, auf der richtigen Seite zu stehen. Ganz im Gegenteil. Wer für seine Taten eine Bestätigung braucht, dass sie gut sind, hat schon verloren, bevor er begonnen hat. Es gibt keine äußere Instanz, die dir das bestätigen kann, wenn du es nicht fühlst. Und welchen Wert hat es, wenn dir jemand ein gutes Gefühl für deine Tat gibt und dich damit nur darüber hinwegtäuscht, dass du dich mit ihr schlecht fühlst?

    Das Spiel der Obrigkeit ist ein Spiel mit Zuckerbrot und Peitsche. Sie gibt dir den moralischen Rahmen vor, obwohl sie die moralische Deutungshoheit schon längst verloren haben müsste. Trotzdem gibt es immer noch genug, die zu ihr aufschauen. Doch auch wenn sie etwas anderes beteuern: Sie schauen nicht zu ihr auf aufgrund ihrer Weisheit. Sie orientieren sich an ihr, weil sie sich an einem Belohnungssystem orientieren. Und sie wollen nicht, dass die Belohnung wegfällt. Wenn man gehorcht, muss man immer das Gefühl haben, dass man den Guten gehorcht. Man braucht das Gefühl moralischer Überlegenheit, weil der Gehorsam anders keinen Sinn macht. Deshalb ist es für die Obrigkeit das Wichtigste, die moralische Deutungshoheit zu besitzen.

    Und all das geschieht nicht im Rahmen einer Strategie, sondern im Rahmen unseres Ego. Unser Ego funktioniert so und deshalb funktioniert Obrigkeit genau so. Denn Ego ist die Obrigkeit, die über dich herrscht. Und nur deshalb können Menschen, die diese Herrschaft nicht erkannt haben und die auch die Massenpsychose der letzten Jahre nicht erkennen konnten, behaupten, sie wären vor neunzig Jahren im Widerstand gewesen.

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    Obrigkeit