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    31.5.2026AQ 3110
    »Die Moral eines ehrenwerten Gangsters ist höher einzuschätzen als die Pseudomoral eines hörigen Staatsbürgers.«
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    Heute will ich mal wieder ein bisschen provozieren, Zwinkersmiley. Tatsächlich stimmt das natürlich nicht. Denn das Zitat ist genau so gemeint, wie ich es geschrieben habe. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich Gangster toll finde, sondern das liegt am Unterschied von Moral und Hörigkeit. Und es liegt natürlich auch daran, wer definiert, was ein Gangster ist. Und derjenige, der das am meisten definiert, ist der Staat. Also genau derjenige, der Hörigkeit erwartet. Und das ist auch derjenige, der Hörigkeit notfalls mit Gewalt durchsetzt, wenn du nicht freiwillig hörig bist.

    In den Augen des Staates ist ein Gangster derjenige, der gegen die von ihm erlassenen Gesetze verstößt. Damit definiert der Staat Gangster durch die Formulierung von Gesetzen. Und da der Staat jedes noch so bescheuerte Gesetz durchsetzen kann, ist das vollkommen beliebig. Es folgt weder einer rationalen Logik und vor allem keiner dir innewohnenden Moral. Wenn du keine Lust hast, ein bestimmtes Gesetz einzuhalten, bist du aus Sicht des Staates der Gangster. Damit sagt der Staat gleichzeitig auch, dass deine dir innewohnende Moral nicht so wichtig ist wie sein Gesetz. Und das, obwohl es schon immer nachweislich unmoralische Gesetze gab.

    Vor allem aber sind Gesetze immer willkürlich. Sie werden auch nach Lust und Laune angepasst und sie sind in vielen Fällen vollkommen unlogische Willkür. Falls du ein staatstreuer Bürger bist, kann es dir nämlich passieren, dass du dich exakt an die Gesetze desjenigen Staates hältst, in dem du lebst. Dann verliert dieser Staat zum Beispiel einen Krieg und nach dem Krieg wirst du als staatstreuer Bürger nach den Gesetzen des neuen Staates verurteilt. Der neue Staat sagt also einfach: "Du warst früher ein Gangster." Und das, obwohl du dich an die Gesetze gehalten hast.

    Bei derartigem Wahnsinn und bei derartiger Willkür muss man verrückt werden. Viele versuchen aber immer so zu tun, als wäre das alles vollkommen normal. Das ist so, wie wenn dir deine Eltern sagen: "Mach auf gar keinen Fall A und mach unbedingt B!" Du hältst dich daran, du machst niemals A und immer B. Dann kommst du in die Schule und die Lehrer bestrafen dich dafür, dass du B machst statt A. Das ist purer Wahnsinn und der wird nur davon getoppt, dass es viele Menschen gibt, die diesen Wahnsinn für normal halten.

    Deshalb ist ein Gangster, der sich an seinen Ehrenkodex hält, weit weniger verrückt als ein vollkommen willkürlicher Staat und damit natürlich auch als ein obrigkeitshöriger Staatsbürger. Denn der macht alles unabhängig von seinem eigenen Empfinden beziehungsweise hat seine Hingabe an den Staat so stark internalisiert, dass er das für moralisch hält, was der Staat macht. Er schaltet also jede Ehre und jede Moral zugunsten einer übergeordneten Macht ab. Er versucht alles, um ein Gutmensch zu sein.

    Ein Gutmensch ist niemand, der etwas Gutes tut. Ein Gutmensch ist jemand, der die Beurteilung, ob er etwas Gutes tut, an andere abgibt. Und genau damit ist er jedem ehrenwerten Gangster weit unterlegen.

    Moral
    Hörigkeit
    Gangster