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    25.5.2026AQ 3104
    »Die Schmerzgrenze ist keine, weil der Schmerz gar nicht so stark ist, sondern der Verstand.«
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    Wir behaupten oft, dass die Schmerzgrenze erreicht sei. Bei genauerer Betrachtung könnte uns auffallen, dass es diese Schmerzgrenze tatsächlich nicht gibt. Es ist der Verstand, der uns sagt, dass es jetzt reicht. Unsere Schmerzgrenze ist also tatsächlich eine "Gedankeninterventionsgrenze". Es ist der Punkt, an dem der Verstand einschreitet und dich vom Fühlen abhalten will. Er beginnt dann zu schimpfen und hält dich dadurch vom Fühlen ab. Oder er sagt dir, dass es jetzt reicht und du nichts Neues ausprobieren kannst.

    So funktioniert Programmierung. Das ist unsere innere Matrix. Sie ist dadurch bestimmt, dass unser Verstand etwas behauptet und wir folgen dem, weil wir es nicht genauer untersuchen. Denn eine genauere Untersuchung würde bedeuten, dass wir damit experimentieren müssten. Wir müssten etwas tun, was wir noch nie getan haben. Und bevor wir das tun, behauptet unser Verstand, dass die Schmerzgrenze erreicht sei. Es ist in den seltensten Fällen körperlich fühlbarer Schmerz, der uns von etwas Neuem abhält. Und falls er körperlich fühlbar ist, fühlen wir ihn nicht. Denn vorher interveniert unser Verstand und sagt uns, dass das nicht geht. Wir müssen jetzt eingreifen und aufhören.

    So interveniert der Verstand immer wieder und hält uns konstant davon ab, etwas zu verändern. Das ist keine kleine Sache, sondern die größte Hürde für Veränderung. Es lohnt sich deshalb, diese Schmerzgrenze zu überschreiten. Sie hat nämlich wenig mit Schmerzen und viel mit Gedanken zu tun. So kannst du auch den Unterschied zwischen Gedanken und Körperempfindungen herausfinden. Nur indem du untersuchst, wie es wirklich ist, kannst du dich schrittweise aus deiner Gedankenmatrix befreien. Diese vom Verstand simulierte Schmerzgrenze ist die Grenze deiner Entwicklung. Solange du sie als gegeben und real akzeptierst, definiert sie den Rahmen, innerhalb dessen du dich bewegst.

    Unser Verstand behauptet dann: "Wir können das nicht." Und er behauptet weiter, wir könnten das nicht, weil es zu schmerzhaft sei. Doch genau das ist nicht der Fall. Wir können es nicht, weil es uns der Verstand verbietet. Und er kann das behaupten und damit erfolgreich sein, weil wir aufgeben und es nicht untersuchen. Wir könnten es aber untersuchen. In den meisten Fällen liegt das nicht nur im Rahmen unserer Möglichkeiten, es ist sogar verhältnismäßig einfach und wir können den Verstand ignorieren, indem wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die Körperempfindung lenken. Diese Verschiebung unserer Aufmerksamkeit nimmt dem Verstand die Macht.

    Du musst dir dazu keine besonderen Heldengeschichten über dich selbst erzählen, wie es zum Beispiel Motivationstrainer von dir verlangen. Ganz im Gegenteil: Du kannst alle Geschichten über dich vergessen. Dann bist du im Moment und kannst experimentieren. Und dann erkennst du auch, was eine Schmerzgrenze tatsächlich ist. Es ist die Grenze, an der der Verstand nicht weitermachen will. So hält er dich in seinen Grenzen. Alles andere ist für ihn deshalb viel zu hohes Risiko. Doch dieses Risiko ist von ihm ausgedacht, damit du seine Grenzen einhältst.

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