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    19.5.2026AQ 3098
    »Wir überschätzen unseren Einfluss auf die Außenwelt und wir unterschätzen unseren Einfluss auf unsere Innenwelt.«
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    Es ist ein Paradox: Wir können innen viel mehr erreichen als außen. Und wenn wir es innen erreichen, wird die Erreichung äußerer Ziele überflüssig und gleichzeitig auch wahrscheinlicher. Ein Zukunftsforscher hat mir mal gesagt, dass wir unsere kurzfristigen Veränderungsmöglichkeiten überschätzen und die langfristigen Veränderungsmöglichkeiten unterschätzen. Wir glauben, dass wir innerhalb eines Jahres viel mehr erledigen können, als wir tatsächlich schaffen, sodass die Veränderung im Verhältnis zu unserer Vorstellung verhältnismäßig klein ausfällt. Innerhalb von zehn Jahren schaffen wir aber viel mehr, als wir uns zutrauen und die erreichten Veränderungen sind gigantisch. Und die Begründung dafür liegt auch in dem heutigen Zitat.

    Unser Einfluss auf unsere Innenwelt ist zwar groß, aber er braucht auch Zeit. Unser Einfluss auf die Außenwelt ist dagegen gering, aber wir können ihn uns kurzfristig und schnell vorstellen. Jetzt weißt du auch, warum alle Programme darauf ausgelegt sind und auch so beworben werden, dass sie zu schnellen Veränderungen führen. Sie sprechen deinen Verstand an, der in der Außenwelt umhertaumelt. Ein Mensch, der sich selbst wirklich kennt, kennt auch dich und er kann dir aus eigener Erfahrung keine schnellen Ergebnisse versprechen. Und genau deshalb mache ich das nicht, obwohl es Menschen gibt, die bei mir sind und durchaus sehr schnelle Ergebnisse haben. Die sind aber nicht die Regel. Was ich dir aus eigener Erfahrung versprechen kann, ist eine langfristige Veränderung, die unfassbar ist. Gleichzeitig ist sie aber nicht einmal neu.

    Es ist ein schönes Paradox für mich: Es wird etwas wach gerüttelt, was die ganze Zeit in dir war. Du hättest es auch alleine entdecken können und tatsächlich wusstest du auch immer, dass es da ist. Du hast es nur nicht so deutlich erkannt und deshalb nicht gelebt. Wäre ich überheblich, würde ich sagen, dass mein Lehrer überhaupt nichts Neues in mir hervorgerufen hat. Alles war vorher schon in mir. Und das wäre sogar die Wahrheit. Allerdings nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere Hälfte ist: Ich habe ihn gebraucht, um das zu erkennen. Und ich habe ihn nicht nur ein paar Tage, Wochen oder Monate gebraucht, sondern Jahre, weil ich bereit war, meinen Einfluss auf die Außenwelt zu verringern und meinen Einfluss auf meine Innenwelt zu erhöhen.

    Ich war bereit, mein kurzfristiges Denken aufzugeben. An die Stelle des kurzfristigen Denkens ist aber nicht das langfristige Denken gerückt. Ich habe das kurzfristige Denken durch etwas Wesentlicheres ersetzt: und zwar durch die Präsenz dieses Moments. Und obwohl es keine kurzfristigen Zeichen dafür gab, hat das langfristig meine Welt komplett verändert.

    Innenwelt
    Außenwelt
    Moment