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    14.5.2026AQ 3093
    »Überzeugungen entstehen aus Einbildung.«
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    In der heutigen Zeit kommt es sehr gut an, wenn du überzeugt bist. Die Menschen, die sagen, dass sie überzeugt sind, halten das für etwas überaus Positives. Und auch diejenigen, die diesen Menschen zuhören, sind überwiegend beeindruckt, wenn jemand überzeugt ist. Dabei ist eine Überzeugung eine höchst destruktive Sache. Überzeugt kannst und musst du nur von etwas sein, das du nicht weißt. Und wenn du es nicht weißt, dann hast du es dir eingebildet.

    Überzeugung ist also Einbildung. Wissen kannst du es nur aus praktischer Erfahrung. Überzeugt sein kannst du von jeder noch so schwachsinnigen Theorie. Du musst es dir einfach nur selbst fest genug einreden. Wenn du von etwas überzeugt bist, bedeutet das gar nichts, außer dass du dich selbst überzeugt hast. Allerdings eben nicht durch praktische Erfahrung, sondern dadurch, dass du es dir selbst wieder und wieder erzählt hast. Du willst es glauben. Und zwar vollkommen unabhängig davon, ob deine gelebte Praxis dafür oder dagegen spricht.

    Verrückterweise sagen viele Spirituelle: "Ich bin überzeugt davon, dass." Das ist keine Spiritualität, das ist Wunschdenken im La La Land. Von allem, was ich dir sage, bin ich niemals überzeugt. Eine Überzeugung ist das schwächste Argument, das es gibt. Es bedeutet im dümmsten Fall nur, dass jemand eine blühende Fantasie hat. Und gleichzeitig verhindert eine Überzeugung neue Perspektiven. Wenn du von bestimmten Dingen überzeugt bist, dann kannst du keine neuen Erfahrungen machen. Deine Überzeugung verhindert das. Das, was du dir selbst einredest, verhindert neue Erfahrungen.

    Und selbst falls du eine neue Erfahrung machst, läuft sie immer durch den Filter deiner Überzeugungen. Falls ich mich dabei erwische, eine Überzeugung zu haben, ist das ein dringendes Zeichen dafür, dass ich noch mehr Erfahrungen machen muss. Und ich muss diese Erfahrungen noch machen, um es zu wissen, statt nur davon überzeugt zu sein.

    Überzeugungen machen dich übrigens auch angreifbar. Und das nur aus dem Grund, weil du eine Überzeugung verteidigen kannst. Eine Erfahrung musst und kannst du gar nicht verteidigen. Es kann auch niemand gegen eine Erfahrung argumentieren, vorausgesetzt sie ist authentisch und du bist ehrlich. Gegen Überzeugungen kann und muss man argumentieren, weil sie nicht das reale Leben als Grundlage haben.

    Auf meinem Telegram-Kanal von "Kryptogold" habe ich dazu ein spannendes Beispiel gepostet. Da gibt es einen Typen, der ist sehr überzeugt davon, was Bitcoin ist beziehungsweise nicht ist und er liegt in allen Punkten falsch. Er ist aber sehr überzeugt. Deshalb schämt er sich noch nicht einmal dafür, dass er überhaupt nichts Richtiges sagt. Er trifft ausschließlich falsche Aussagen über Bitcoin. Und das hat nichts damit zu tun, ob ich für oder gegen Bitcoin bin. Es ist schlicht und ergreifend fachlich und inhaltlich falsch. Doch seine eigene Überzeugung überzeugt ihn so sehr, dass er sich noch nicht einmal blöd dabei vorkommt. Und noch spannender: Seine Überzeugung ist so überzeugend, dass er andere mitreißt. Er gilt als einer der größten Bitcoin-Kritiker und hat dabei kein einziges echtes Argument, dafür aber eine starke Überzeugung.

    Überzeugung
    Einbildung