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    12.5.2026AQ 3091
    »Der Nährboden für Politik ist die Nachfrage nach Herrschaft.«
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    Ohne Nachfrage nach Herrschaft gibt es keine Politik. Menschen wollen beherrscht werden, weil sie so programmiert sind. Sie kennen die Herrschaft über sich seit ihrer Kindheit und können sich deshalb gar nichts anderes vorstellen. Wenn man ihnen sagt, dass es auch anders geht, dann glauben sie das nicht und lehnen jede alternative Möglichkeit ab. Das ist tatsächlich die Angst, etwas zu verlieren, was einen beherrscht. Nicht weil man es so gut findet, sondern weil einem etwas fehlen würde, wenn es plötzlich nicht mehr da wäre. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass wir es uns gar nicht anders vorstellen können.

    Das alleine ist aber nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir nicht aufhören können, nach Herrschaft nachzufragen. Wir wollen die Lücke, die entstehen würde, wenn wir nicht mehr nach Herrschaft nachfragen würden, nicht entstehen lassen. Wir haben Angst vor dieser Leere. Wenn wir aufhören, nach Herrschaft nachzufragen, wird diese Leere nicht sofort wieder gefüllt. Wir kennen die Alternativen noch nicht und selbst wenn, haben wir mit den Alternativen keine Übung. Herrschaft ist uns vertraut, alles andere nicht. Und im Rahmen von Trauma und Programmierung greifen wir lieber auf Vertrautes zurück, selbst wenn es unangenehm ist. Denn das neue Unbekannte erscheint uns immer unangenehmer.

    Das ist übrigens der einzige Grund, warum wir uns mit Veränderungen schwertun. Das neue Unbekannte macht uns mehr Angst als das bekannte Unangenehme. Nur deshalb fallen wir lieber in unsere alten Gewohnheiten zurück, als etwas Neues auszuprobieren. Und das liegt natürlich nur daran, dass wir nicht fähig sind, die Gefühle zu fühlen, die entstehen, wenn wir etwas Neues ausprobieren. Tatsächlich kommt vorher immer eine Phase der Leere. Sie ist geprägt von Ungewissheit, Orientierungslosigkeit, Zweifel, Sorge und Ohnmacht. Diese Gefühle tauchen auf, weil wir uns nicht mehr mit Vertrautem ablenken können. Hätten wir das Vertraute nicht gehabt, wären diese Gefühle die ganze Zeit dagewesen. Und nur weil wir das Vertraute hatten, haben wir diese Gefühle nie gefühlt. Wir hatten nie Zeit, uns mit diesen Gefühlen anzufreunden und Frieden zu schließen mit ihnen. Stattdessen haben wir nach allem nachgefragt, was uns vertraut war. Und falls es uns genommen wurde, haben wir richtiggehend danach gegiert.

    Wir waren wie auf Entzug, wenn es uns genommen wurde. Und genau das ist der Effekt, wenn wir etwas aufgeben sollen. Wir fühlen uns wie auf einem Entzug. Uns wird die Ablenkung entzogen, mit der wir bisher alles Unangenehme verdrängt haben. Nur deshalb sind unsere alten Gewohnheiten und Programme immer noch der Nährboden für unsere Nachfrage nach Herrschaft.

    Politik
    Herrschaft