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    7.5.2026AQ 3086
    »Die Unfähigkeit, die eigenen Probleme zu lösen, sorgt für den Wunsch, die Probleme der anderen zu lösen.«
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    Menschen, die ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe bekommen, entwickeln den Drang, anderen zu helfen. Anderen zu helfen ist eine wunderbare Ablenkung von der eigenen Unfähigkeit. Deshalb ist die Anerkennung der eigenen Unfähigkeit der Beginn der Lösung der eigenen Probleme. Es ist nämlich nicht schlimm, unfähig zu sein. Genau genommen ist man es in den meisten Bereichen. Und natürlich hängt das immer davon ab, mit wem man sich vergleicht.

    Du kannst nicht alles können. Vor allem musst du gar nicht alles können. Und deshalb kannst du deine eigene Unfähigkeit erst einmal erkennen und dann anerkennen. Je früher du realisierst, was du nicht kannst, desto früher kannst du andere um Hilfe bitten. Andere um Hilfe zu bitten ist kein Makel und es schwächt dich auch nicht. Ganz im Gegenteil. Es ist eine Fähigkeit, die dich stärkt. Ehrlich zugeben zu können, was du nicht kannst, ist der erste Schritt zur Lösung deiner Probleme. Denn wenn du das wirklich sehen kannst, was du nicht kannst, dann versuchst du es auch nicht mehr vorzugeben. Du versuchst nicht so zu tun, als ob du es könntest und deshalb tust du es auch nicht mehr. Du überlässt dieses Feld anderen, die es können und dadurch fallen eine Menge Probleme von dir ab.

    Denn viele Probleme entstehen nur dadurch, dass du versuchst vorzugeben, etwas zu können, was du nicht kannst. Und wenn deine Probleme wegfallen, willst du die Probleme der anderen nicht mehr lösen. Der Versuch, die Probleme der anderen zu lösen, um von den eigenen Problemen abzulenken, gipfelt übrigens in dem Versuch, die Probleme der Welt zu lösen. Zeig mir einen Menschen, der die Probleme der Welt lösen will. Und ich zeige dir einen Menschen, der eine Menge Probleme hat. Der Versuch, die Probleme der Welt lösen zu wollen, ist eine Ablenkung. Die Probleme der Welt zu lösen, funktioniert auch gar nicht, weil es die Probleme der Welt nicht gibt.

    Jedes Problem existiert nur auf individueller Ebene. Jede Ausweitung auf ein imaginäres Kollektiv ist bereits Verdrängung: die Verdrängung der eigenen Probleme. Deshalb funktioniert es so gut, die Menschen mit den Problemen der Welt abzulenken. Es ist eine bequeme Verführung. Bequem deshalb, weil man sich dann nicht mit den eigenen Themen auseinandersetzen muss. Und entsprechend dankbar werden die Probleme der Welt angenommen. Und selbst wenn es Probleme gäbe, die die Welt hat, wäre es sinnlos, sich mit ihnen zu beschäftigen, weil auch die Probleme der Welt nur individuell gelöst werden können.

    Es gibt zu diesem Thema auch ein schönes Sprichwort. Es lautet: "Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür." Und das ist tatsächlich der Beginn für die Lösung der Probleme der Welt.