Sie machen genau das, was sie angeblich verurteilen. Und das, was sie verurteilen, halten sie in ihrem Fall für vollkommen gerechtfertigt. Denn ihr Hass und ihre Hetze ist ja nur eine Antwort auf den Hass und die Hetze der anderen. Sie tun so, als würde ihr Hass und ihre Hetze nur durch den Hass und die Hetze der anderen ausgelöst werden.
Tatsächlich ist es natürlich so: Wenn du hasst und hetzt, dann muss Hass und Hetze bereits vorher in dir gewesen sein. Außerdem bedeutet das, dass du selbst mit Hass und Hetze nicht umgehen kannst — und zwar weder mit dem Hass und der Hetze der anderen noch mit deinem eigenen Hass und deiner eigenen Hetze. Der Hass und die Hetze der anderen lösen deinen eigenen Hass und deine eigene Hetze aus.
Das nennt man einen sogenannten Teufelskreislauf. Und der ist im Kleinen wie im Großen überall auf der Welt zu beobachten. Und jeder begründet seinen eigenen Hass und seine eigene Hetze mit dem Hass und der Hetze der anderen. Es haben immer die anderen damit angefangen. Und das seit Generationen. Deshalb wollen Spirituelle zu ihren Ahnen zurückreisen und Vergebungsarbeit leisten. Vergebung geschieht immer nur hier und jetzt. Jemand hasst und hetzt und du vergibst ihm. Du hasst und hetzt und du vergibst dir.
Die größte Quelle für Hass und Hetze ist übrigens etwas, das die meisten Menschen überhaupt nicht auf dem Schirm haben. Es ist der Wunsch und der Drang, dein Leben und das Leben der anderen im großen Stil zu regeln. Und dafür gibt es auch eine Lösung: Statt ins große Ganze eingreifen zu wollen, könntest du für dich das machen, was jetzt gerade möglich ist. Auch dann, wenn dir dein Verstand sagt, dass das viel zu wenig ist. Du beginnst trotzdem beim Möglichen und das machst du wieder und wieder und wieder. Dein Verstand wird dir sagen, das sei zu wenig, andere werden dich darin bestätigen, dass es zu wenig ist und sie werden größere Taten von dir fordern. Sie würden sich auch wohler fühlen, wenn du gemeinsam mit ihnen hassen und hetzen würdest.
Wenn sich der Verstand aufregen darf, dann hat er immer das Gefühl, er hätte etwas getan. Er kommt sich dann produktiv vor. Und das, obwohl sich rein gar nichts verändert hat. Vor allem er selbst nicht. Und auch du hast dich nicht verändert, denn du hast ihm weiterhin deine Aufmerksamkeit gegeben. Es gibt nur eine Möglichkeit, gegen Hass und Hetze zu sein — und zwar indem du nicht gegen Hass und Hetze bist. Solange du dagegen bist, trägst du beides in dir.
Etwas, das nicht in dir ist, musst du auch außerhalb von dir nicht bekämpfen. Menschen, die nicht hassen und nicht hetzen, müssen nicht gegen andere Menschen sein, die hassen und hetzen. Sie machen es selbst nicht und haben deshalb in sich überhaupt keine Resonanz. Sie müssen nicht gegen etwas kämpfen, das sie selbst nicht machen.
Du kämpfst immer nur gegen das, was du selbst auch tust.