Der Verstand protestiert bei solchen Aussagen. Er weiß es sofort besser. Er weiß es besser, bevor er es wirken hat lassen. Und noch bevor du fühlen konntest, sagt er dir: "Aber man kann doch auch auf Gelerntem aufbauen." Doch so ist es nicht gemeint. Es geht darum, dass dir alles neu Gelernte innerhalb deiner Programmierung nichts bringt. Denn solange du deine Programmierung aufrecht hältst, schreibst du die Programmierung fort und das neu Gelernte kann überhaupt nicht zur Anwendung kommen. Beziehungsweise eben nur im Rahmen deiner programmierten Möglichkeiten.
Die meisten Menschen denken, wenn sie etwas Neues lernen, dann kommt auch etwas Neues in ihr Leben. Deshalb machen sie so viele Ausbildungen, Fortbildungen und Weiterbildungen. Sie glauben und sind überzeugt davon, dass Lernen ihr Leben verändert. Und auf eine gewisse Art und Weise stimmt das natürlich auch. Wenn du bisher Polizist warst und eine Ausbildung als Feuerwehrmann machst, dann ändert sich dein Tätigkeitsbereich. Du lernst neue Kollegen kennen und du hast einen vollkommen neuen Aufgabenbereich. Wenn es das war, was du verändern wolltest, dann warst du erfolgreich. Aber wenn du ehrlich bist, dann wolltest du etwas vollkommen anderes verändern. Du wolltest verändern, wie du dich fühlst. Und in deiner Programmierung sind diese beiden Bereiche verknüpft. Du glaubst, du könntest in dir etwas verändern, indem du außerhalb von dir etwas veränderst. Und das kann nicht funktionieren.
Alles Wesentliche, was wir gelernt haben, ist nicht unser fachliches Wissen. Das Wesentliche, das wir gelernt haben und das uns steuert, ist unsere Programmierung. Die Programmierung ist ein Wissen, das viel tiefer sitzt als fachliches Wissen. Und dummerweise ist es kein echtes Wissen. Wir wissen es eben nicht, sondern es ist in uns abgespeichert und es ist so in uns abgespeichert, als wäre es die ultimative Wahrheit. Und als ultimative Wahrheit ist es abgespeichert, weil wir es genau so fühlen.
Abgespeicherte Gefühle sind aber nicht die absolute Wahrheit. Sie sind ein Teil der Wahrheit oder eine Möglichkeit von Wahrheit. Die andere Möglichkeit ist, dass uns unsere Gefühle belügen. Besser gesagt, es belügen uns die Gedanken, die wir automatisch mit unseren Gefühlen kombinieren. Deshalb sind wir genauso aufgeschmissen wie vorher, obwohl wir etwas Neues gelernt haben. Denn unser Gefühl von Ohnmacht und Unzulänglichkeit kommt nicht daher, dass wir nichts wissen oder nichts können. Dieses Gefühl ist programmiert und deshalb geht es im ersten Schritt nicht darum, etwas Neues zu lernen. Es geht darum, alles Gelernte, also alles Programmierte zu entbilden.
Ohne diese Entbildung bringt dir das beste und umfangreichste Wissen und Können nichts. Es kann zwar sein, dass du deine Arbeit gut machst, aber das alleine sorgt nicht für ein glückliches und zufriedenes Leben.