Das Ende eines Systems ist dadurch gekennzeichnet, dass das System durchdreht. Es kann dann nicht mehr abwägen und deshalb kann es auch keine Entscheidungen mehr zu seinem eigenen Vorteil treffen. Es zerstört sich selbst. Es erhöht den Druck so sehr, dass die einzelnen Teile entweder zerstört oder aus dem System gedrängt werden. Ein System, das sich nicht mehr selbst erhalten möchte, nimmt keine Rücksicht mehr. Es ist deshalb mit Logik nicht mehr zu begreifen.
Als Teil des Systems bist du für das System und kannst ein System, das sich selbst zerstört, nicht verstehen. Deshalb reden sich viele Menschen das Ende eines Systems schön. Sie wollen noch daran glauben, dass sich das System selbst erhalten möchte. Und das glauben sie so lange, solange sie vom System profitieren. Solange sie profitieren, opfern sie sich für das System auf. Sobald sie nicht mehr profitieren, werden sie aus dem System herausgedrängt. Es ist deshalb schwierig bis unmöglich, den aktuellen Stand eines Systems objektiv zu beurteilen.
Für diejenigen, die noch davon profitieren, hat sich nichts oder fast nichts geändert. Und für diejenigen, die nicht mehr davon profitieren, hat sich so viel geändert, dass sie überhaupt nicht verstehen können, wie die anderen das nicht sehen können. Es hat mit dem eigenen subjektiv empfundenen Vorteil zu tun. Wenn dieser Vorteil oder auch nur die Empfindung dieses Vorteils wegfällt, ändert sich die Stimmung sehr schnell. Unsere Stimmung hängt also nicht von den tatsächlichen Umständen, sondern von unseren Empfindungen ab. Über diese Empfindungen sind wir sozusagen bestechlich und wir sehen die Realität anders, als sie ist. Denn sie ist für jeden verschieden. Und sie ist für jeden verschieden, weil sie von jedem verschieden gefühlt wird.
Tatsächlich ist es so, dass Systeme gar nicht kollabieren können. Nur künstliche, also menschengemachte Systeme können kollabieren. Doch allem, was wir aufbauen, liegt ein bereits vorhandenes System zugrunde. Um dieses System müssen wir uns nie kümmern. Das kann von uns auch nicht verändert werden. Und das ist ein System, das funktioniert, ob du etwas tust oder ob du nichts tust. Es funktioniert auch unabhängig davon, ob andere etwas tun oder nicht tun. Es ist ein vorgegebenes System, dessen Regeln wir nicht ändern können. Dieses System hat viele verschiedene Namen, doch es ist egal, wie du es nennst. Es ist das, worauf alles aufbaut. Manche nennen es "Natur", andere sagen auch "Gott" dazu.
Das System, das von keinem System verdrängt werden kann, das System, das kein Mensch außer Kraft setzen kann und das System, auf dem jedes andere System aufbaut, ist das System, das dich auffängt, wenn du aus dem System gedrängt wirst. Der Zusammenbruch der menschlichen Systeme ist egal. Sie sind und waren schon immer künstlich und deshalb müssen sie vergehen. Sie müssen zusammenbrechen, um dann in einem törichten Wahn wieder neu aufgebaut zu werden.