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    2.4.2026AQ 3051
    »Wenn du etwas wirklich gut beim anderen lassen kannst, dann musst du es überhaupt nicht erwähnen.«
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    Wenn jemand sagt: "Das kann ich gut bei dir lassen", dann kann er es nicht gut bei ihm lassen. Könnte er es wirklich gut bei ihm lassen, müsste er es überhaupt nicht erwähnen. Um etwas gut beim anderen lassen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist: Es berührt dich wirklich nicht. Du musst das nicht spielen, sondern es löst tatsächlich nichts in dir aus. Vielleicht verstehst du es noch nicht einmal. Jemand macht dir zum Beispiel einen Vorwurf. Du kannst ihn entweder überhaupt nicht nachvollziehen oder du empfindest es überhaupt nicht als Vorwurf. Du fühlst nichts dabei. In diesem Fall musst du nicht sagen: "Das kann ich gut bei dir lassen." Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Es ist vom anderen gar nicht bis zu dir gekommen. Doch das ist nicht der häufigste Fall. Viel häufiger ist es, dass es dich negativ berührt. Und da du dein Gefühl nicht fühlen willst, versuchst du, es zu verdrängen, indem du sagst: "Das kann ich gut bei dir lassen."

    Das ist so ein typischer, auswendig gelernter Satz in der spirituellen Szene. Er ist eine grauenvolle Plattitüde. Und eigentlich ist es noch schlimmer, denn er sagt nicht nur nichts aus, er meint das Gegenteil. Und wenn jemand in spirituellen Worten das Gegenteil sagt, dann ist das auch das Gegenteil von Spiritualität. Man verarscht sich selbst und man verarscht den anderen. Deshalb kommen diese Aussagen auch viel eher passiv aggressiv rüber, als dass sie für irgendeine Klärung sorgen würden. Mit der Aussage "Das kann ich gut bei dir lassen" würde ich es gerne bei dir lassen, doch es gelingt mir nicht. Und genau das mache ich mit dieser Aussage deutlich. In dieser Aussage ist mein gesamter Druck, den ich fühle, aber nicht fühlen möchte.

    Wenn du etwas wirklich gerne beim anderen lassen würdest, versuche Folgendes: Fühle diejenige Körperempfindung, wegen der du diesen Satz gerne sagen würdest. Reagiere nicht darauf. Nimm einfach diese Körperempfindung wahr. Und sage dann weder den Satz: "Das kann ich gut bei dir lassen", noch den Satz "Das kann ich nicht gut bei dir lassen." Es ist für den anderen vollkommen uninteressant, ob du es bei ihm lassen kannst oder nicht. Den Einzigen, den das interessiert, bist du. Und jetzt kommt der Trick und das Geheimnis: Wenn du alles fühlen kannst, musst du nie wieder irgendetwas beim anderen lassen können. Es wird schlicht und ergreifend überflüssig, denn du hast alles verarbeitet, was gesagt wurde. Und du hast es nicht in Worten verarbeitet, du hast es auch nicht durch eine Reaktion dem anderen gegenüber verarbeitet. Du hast es spirituell, also in dir verarbeitet.

    Du hast es dort verarbeitet, wo es tatsächlich entstanden ist. Deshalb musst du es auch nicht mehr hin und her schieben. Du musst es nirgendwo sein lassen, denn es durfte bereits sein. Es durfte in dir sein. Und etwas, das in dir sein durfte, musst du nicht mehr mit Plattitüden verschleiern.

    etwas beim anderen lassen