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    28.3.2026AQ 3046
    »Wir brauchen uns dann am allermeisten, wenn wir gerne aufeinander verzichten würden.«
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    Wir streben Gemeinschaft an, um es uns einfacher zu machen. Tatsächlich ist jede Gemeinschaft genau wie jede Beziehung auch dazu da, es uns erst einmal schwieriger zu machen. In Beziehung kommen unsere Trigger zum Vorschein. In Gemeinschaften auch. Immer dann, wenn wir in einer Beziehung der Meinung sind, dass es jetzt aber reicht und wir gut und gerne auf den anderen verzichten können, beginnt es gerade erst spannend zu werden. Denn der Teil, der laut schreit: "Jetzt reicht es aber, das ist jetzt wirklich genug!" ist nicht deine Intuition, auch nicht deine Seele oder dein höheres Selbst, es ist dein verletztes und gekränktes Ego. Solange du diesen Schmerz nicht fühlen kannst, macht eine Trennung überhaupt keinen Sinn, weil sie keinen Effekt hat. Du schleppst die Verletzung einfach weiter mit dir herum. Nur das Ego will diesen Schlussstrich ziehen und es ist ein dummer Schlussstrich, weil es kein echter ist.

    Du kannst dein Trauma nicht durch eine Entscheidung beenden. Trauma ist in Beziehung entstanden und muss in Beziehung aufgelöst werden. Nicht von heute auf morgen, sondern im Lauf der Zeit. Nur das Ego hat dafür keine Zeit und es hat keine Zeit, weil es zu sehr verletzt ist. Es will nicht mehr verletzt werden. Du wirst aber erst dann nicht mehr verletzt, wenn du herausfindest, dass du gar nicht verletzt werden kannst. Und das ist jetzt die feine Gratwanderung, die in der spirituellen Szene kaum jemand beherrscht. Denn bei den meisten übernimmt an dieser Stelle der Verstand, der diesen Satz auswendig lernt und ab diesem Zeitpunkt weiß: "Ich kann gar nicht verletzt werden." Und das sagt er dir, obwohl du dich nach wie vor verletzt fühlst.

    Wenn du nicht gerade das Glück einer spontanen Erleuchtung hast, dann ist es ein jahrelanger Prozess herauszufinden, dass du nicht verletzt werden kannst. Am Ende dieses Prozesses weißt du es auch wirklich. Du musst es also nicht mehr spielen, nicht mehr vorgeben oder vortäuschen, denn du wirst tatsächlich nicht mehr verletzt. Und das bedeutet, dass dein Ego weggefallen ist. Zumindest in diesem Bereich. Das Ego fällt aber nicht einfach so weg, es wird im Laufe der Zeit durch bewusste Beobachtung weniger. Und es hat überhaupt keinen Wert, so zu tun, als wäre es bereits weniger, als es tatsächlich ist. Denn es geht nicht darum, wie du den anderen gegenüber erscheinst. Es geht darum, wie du tatsächlich bist und wie du dich in dir fühlst.

    An diesem gesamten Prozess sind andere beteiligt. Ohne sie würden dir deine Trigger gar nicht auffallen und du könntest guten Gewissens behaupten, dass du gar kein Ego hast. Während du denkst, dass du Gemeinschaft und Partnerschaft aufgrund von gegenseitiger Hilfe und romantischen Gefühlen anstrebst, brauchst du sie tatsächlich, um deine Traumata auszulösen. Dann denkst du fälschlicherweise, du hättest etwas falsch gemacht, während alles genau so läuft, wie es soll. Du würdest jetzt gerne auf die anderen verzichten, doch tatsächlich brauchst du sie gerade am meisten.

    Gemeinschaft
    Beziehung
    Trigger
    Ego
    Schmerz
    Trauma