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    20.3.2026AQ 3038
    »Wenn dir etwas klar wird, dann geschieht das nicht auf der Ebene des Verstandes.«
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    Der Verstand ist per Definition Unklarheit. Er ist notorisches, überflüssiges Denken. Der Verstand ist die Gier, alles zu analysieren. Dabei erkennt er nicht, dass das niemals möglich ist. Es geht bis zu einem gewissen Grad, aber niemals vollkommen. Die Vollkommenheit liegt jenseits des Verstandes. Wenn etwas klar ist, bedeutet es, dass es nicht mehr getrübt ist und für die Trübung sorgt der Verstand mit seinen Gedanken. Sobald diese Gedanken wegfallen oder sobald du sie ignorieren kannst, wird es ungetrübter, also klarer. Vollkommene Klarheit ist vollkommen frei von Gedanken.

    Du kannst jetzt natürlich versuchen, die Gedanken einzuteilen in sinnvolle und weniger sinnvolle oder in hilfreiche und weniger hilfreiche. Doch auch das macht der Verstand nur, um dich weiter zu beschäftigen und dich nicht auf das Experiment einzulassen, gar nicht mehr zu denken. Da schlägt er Alarm. Der lustigste und absurdeste Trick des Verstandes ist folgender: "Ja, aber Herr spiritueller Lehrer, das, was Sie gerade formulieren, sind doch auch Gedanken." Und das kann stimmen, muss es aber nicht. Es kann auch sein, dass du diese Erfahrung, etwas auszusprechen, nur kennst, indem du denkst. Weil das bei dir so ist, bedeutet es aber nicht, dass es bei anderen auch so sein muss.

    Und jetzt stell dir einmal etwas vor: Es gibt Menschen, die produzieren einen Text, eine Audio oder ein Video ohne Gedanken. Du kannst das aber nicht und deshalb kennst du es nicht. Und nur weil du es nicht kennst, diskreditierst du es. Du behauptest, das sei nicht möglich. Und das stimmt. Für dich ist es nicht möglich, weil du genau diesen Gedanken deines Verstandes folgst. Der Verstand besteht aus etwas ganz Einfachem. Er ist die Gier und die Sucht zu denken. Und aus dieser Gier und Sucht will er dich niemals entlassen. Deshalb kommt dir alleine der Versuch, nicht mehr zu denken, so vor, als würdest du einen Drogenentzug machen. Es gelingt dir einfach nicht.

    Genau wie dein Verstand beim Versuch zu fasten nach Essen schreit, schreit er bei deinem Versuch des Gedankenfastens nach Gedanken. Und während fast alle Menschen auf dieser Welt ständig Gedanken haben, haben sie nie untersucht, woher sie kommen, ob sie ihnen gehören und wie sie entstehen. Ich habe tausende Stunden in diese Untersuchung investiert. Das war kein Problem, denn ich hatte Zeit. Viel Zeit. Und ich hatte Gedanken. Viele Gedanken. Ich habe von meinem Lehrer Sätze gehört, die mir von Anfang an klar waren. Jetzt weißt du auch, was das bedeutet. Ich habe von ihm Sätze gehört, die meine Gedanken sofort abgeschaltet haben. Trotzdem konnte ich sie nicht wirklich glauben und deshalb habe ich sie untersucht.

    Ich hatte tausende Stunden auf einsamen Straßen und einsamen Waldwegen. Ich bin gelaufen und ich bin Rad gefahren. Und da hatte mein Verstand die ganze Zeit nichts zu tun. Deshalb konnte ich ihn beobachten. Und das, was ich beobachtet habe, hat mich erschüttert. Jeder einzelne Gedanke war überflüssig und von keinem einzigen Gedanken konnte ich die Quelle finden. Er hat mich einfach nur beschäftigt. Seitdem übe ich, meine Gedanken zu ignorieren. Und seitdem werden meine Gedanken, die ich nicht mehr so nennen kann, produktiver und hilfreicher. Alle anderen erkenne ich als das, was sie sind: eine Trübung, die weg kann.

    Verstand
    Unklarheit
    Gedanken