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    16.3.2026AQ 3034
    »Fühlen ist keine Pause vom Leben.«
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    Viele sind der Meinung, dass sie in dem Moment, in dem die Gefühle entstehen, nicht fühlen können. Sie sind also überzeugt davon, dass die Situation, die ihre Gefühle auslöst, sie vom Fühlen ihrer Gefühle abhält. Sie sagen dann zum Beispiel, sie möchten abends oder später ihre Gefühle noch einmal nachfühlen. Das bedeutet aber nur, dass sie sie künstlich erzeugen wollen. Denn im Moment des Nachfühlens sind diese Gefühle ja überhaupt nicht präsent. Sie müssen also absichtlich und künstlich ausgelöst werden dadurch, dass sie noch einmal darüber nachdenken. Und Nachdenken und Fühlen sind zwei Dinge, die sich diametral gegenüberstehen. Zumindest am Anfang.

    Was sie damit tatsächlich sagen, ist: "Meine Gefühle haben mich so sehr überfordert, dass ich sie nicht fühlen wollte und deshalb lieber noch einmal künstlich erzeuge, um sie im Nachhinein fühlen zu können." Und das gelingt ihnen vielleicht auch, doch das sind ja nicht die Gefühle, die sie untertags gefühlt hätten. Das sind Gefühle, die sie nur deshalb so fühlen, weil sie diese Gefühle künstlich durch Nachdenken erzeugt haben. Sie haben also neue Gefühle produziert, die sie dann tatsächlich fühlen können.

    Es ist schön, wenn das funktioniert, aber es ist nicht das, was damit gemeint ist, wenn ich sage: "Fühl deine Gefühle im Körper." Ich meine nämlich immer die Situation, in der die Gefühle ausgelöst werden und nie eine künstliche Situation, die nachträglich produziert oder reproduziert. Reproduktion ist auch gar nicht wirklich möglich, weil du ja gar nicht weißt, was du gefühlt hättest, hättest du deine Gefühle in der Situation gefühlt. Wenn du das Nachfühlen deiner Gefühle als Zwischenschritt einbaust, dann will ich dich nicht künstlich stressen. Du solltest es aber nie als Ziel sehen.

    Denn es ist nicht das, was mein Lehrer gemeint hat, als er mir gesagt hat: "Fühl deine Gefühle im Körper." Und es ist auch nicht das, was ich gemacht habe, nachdem er mir gesagt hat: "Fühl deine Gefühle im Körper." Ich habe meine Gefühle dann im Körper gefühlt, wenn sie entstanden sind und wenn ich sie deutlich wahrnehmen konnte. Als ich zum Beispiel ein Schreiben von einem Rechtsanwalt bekam und mein Herz bis zum Hals schlug, da wusste ich, was es bedeutet: "Fühl dein Gefühl im Körper." Ich habe jeden aufkommenden Gedanken ignoriert und meine komplette Aufmerksamkeit auf die Körperempfindung fokussiert.

    Ich weiß, dass ich Glück hatte. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Und ich weiß auch, dass es die meisten nicht machen oder nicht können. Das ist selbstverständlich kein Vorwurf, ich hatte wirklich Glück. Denn nichts hat mein Leben so sehr verändert und verändert es immer noch wie dieser eine Satz: "Fühl deine Gefühle im Körper."

    Fühl sie nicht als Pause vom Leben, sondern als das Leben selbst.