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    15.3.2026AQ 3033
    »Methoden sind fürn Arsch.«
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    Wenn man eine Methode erfindet, dann verhindert man fast automatisch, im Jetzt zu sein. Man versucht dann nämlich bei jeder Frage beziehungsweise Antwort, seine eigene Methode anzuwenden, denn die soll sich ja verbreiten.

    Ich kenne aktuell nur eine Ausnahme, bei der das anders ist. Deshalb würde ich auch bestreiten, dass sie eine Methode hat, obwohl sie es behauptet. Ihr kennt sie wahrscheinlich, sie heißt Byron Katie. Bei den meisten anderen — und es mag noch weitere Ausnahmen geben, die ich nicht kenne oder die ich jetzt vergessen habe. Bei den meisten anderen ist es so, dass ihre Methode dafür sorgt, dass sie nicht im Moment sein können. Ihr könnt das bei mir beobachten.

    Ich habe das bei meinem Lehrer beobachtet. Er hat nicht immer die gleichen Antworten gegeben. Er hatte, könnte man sagen, eine Methode, er hat ganz oft gefragt: "Wo im Körper fühlst du das?" Aber ansonsten hatte er keine einheitlichen Antworten. Sie waren durchaus zwischendurch ähnlich und manche haben sich sogar wiederholt und trotzdem wusste man nie, was er jetzt antworten wird.

    Und seine Schüler haben sich natürlich alle verraten, denn die wussten die Antwort schon. Die sind mit einer Frage nach vorne gegangen und haben gesagt: "Ja, ich weiß ja, was du jetzt sagst!" Das ist natürlich doof. Braucht man nicht machen, sonst braucht man ja nicht nach vorne gehen, sonst braucht man ja keine Frage stellen, wenn man schon weiß, was die Antwort ist.

    Methoden, Regeln, Strukturen, Hierarchien, jede Art von Gedanke hält dich davon ab, im Hier und Jetzt zu sein und auch flexibel im Hier und Jetzt zu antworten, zu denken, zu handeln, zu fühlen. Alles!

    Aber wir stehen halt so sehr auf Methoden. Wir lieben sie! Wir sind der Meinung, wenn es eine Methode ist, dann muss es ja helfen! Also wir als Anwender. Und deshalb gibt es viele, die eine Methode erfinden. Denn das lässt sich ja auch besser vermarkten. Das kann man beobachten. Die Methode hat dann immer einen griffigen Namen und dann assoziiert man diesen Namen und diese Methode, den Menschen, der sie erfunden hat — und für manche ist das das Wichtigste! Aber es ist nicht hilfreich. Oft ganz im Gegenteil! Und zwar vollkommen unabhängig davon, wie überzeugt man selbst davon ist — egal ob als Anwender oder als Erfinder.

    Da stehen Menschen auch drauf. Erfinder sein. Ja? Sie wollen etwas erfunden haben. Sie wollen es nicht entdeckt haben. Ist übrigens eine spannende Parallele bei Bitcoin. Es gibt viele, die behaupten, Satoshi Nakamoto und alle anderen, die daran mitgearbeitet haben, er ist ja lange nicht der Einzige, er hat nur ein Puzzleteil hinzugefügt, haben Bitcoin nicht erfunden, sondern entdeckt. Das ist ein bisschen demütiger, oder? Und ein Entdecker ist ja auch toll.

    Also ich merke das auf jeden Fall in meinen Retreats, wenn ich daran denke, eine Methode zu erfinden oder durchzuziehen oder etwas auf eine bestimmte Art und Weise bearbeiten zu müssen, dann ... stagniere ich dann, friere ich ein und komme oft nicht weiter oder würde nicht weiterkommen, ich fühle das schon vorher. Ich muss es gar nicht mehr ausprobieren. Ich habe das früher mal ausprobiert, als ich noch Einzelsitzungen gemacht habe und das ist derart in die Hose gegangen, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Zu Recht und Gott sei Dank ist es in die Hose gegangen! Ich bin froh. Damals war ich kurz ein bisschen enttäuscht, ich wollte nämlich lustigerweise "The Work" von Byron Katie anwenden und diejenige, die das bei mir gebucht hat, hat noch nicht einmal die Fragen beantwortet und ausgefüllt. Und wir mussten im Hier und Jetzt ohne Vorbereitung beginnen und das war gut so.

    Und ich war enttäuscht, dass es bei mir nicht funktioniert. Also die Methode. Aber tatsächlich hat es ja bei mir funktioniert, nur nicht die Methode, sondern etwas anderes. Und das ist das, was ihr bei mir beobachten könnt. Ich reagiere auf jeden anders. Und das ist jetzt kein Selbstlob, ich finde das unfassbar schön. Nicht, weil ich mich so toll finde oder weil ich so stolz darauf bin oder irgendwie so was, sondern ... ja, wie erkläre ich das?

    Nicht eingefahren zu sein, flexibel zu sein, immer wieder neu beginnen können, bereit sein, ein Anfänger zu sein, ist für mich die Essenz von Spiritualität. Zuzulassen, das zu kommunizieren, was im Moment entsteht.

    Und da gehört auch das dazu, was wir sonst vom Verstand her unterdrücken. Ja, wir zensieren uns selbst. Das könnt ihr mal beobachten, wie ihr das selbst macht. Und diese Zensur auch auszuschalten, auch in der Spiritualität, auch bei den Retreats und sich trauen, scheiße zu sagen, nicht absichtlich, sondern wenn es entsteht, ist viel echter und damit viel spiritueller als alles Künstliche — und Methoden sind künstlich.

    Sie sind keine Erfindung, maximal eine Entdeckung. Wenn es eine Erfindung ist, ist es scheiße. Denn Erfindungen gibt es gar nicht. Es gibt nur Entdeckungen.

    Aber das wird eine neue Audio.

    Methode
    Jetzt
    Moment
    Lehrer