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    6.3.2026AQ 3024
    »Ein spiritueller Feuerwehrmann macht den gleichen Job wie ein unspiritueller.«
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    In der spirituellen Szene ist das anders. Die Menschen streben danach, ein spiritueller Feuerwehrmann zu sein. Es ist ihnen wichtig, dass jeder merkt, wie spirituell sie sind. Ein spiritueller Feuerwehrmann arbeitet aber nicht mit Energien, um das Feuer zu löschen, sondern wie alle anderen Feuerwehrmänner auch mit Wasser. Er schwebt nicht zum Einsatzort, hat kein rosa Plüscheinhorn dabei und er singt auch keine Mantren, während er "Wasser marsch!" schreit.

    Während du das jetzt vielleicht für selbstverständlich hältst: Es ist nicht selbstverständlich. Die gesamte spirituelle Szene glaubt und macht das Gegenteil. Und ich bin mir sicher, dass du das sehen kannst. Du kennst diese Situationen, wenn Menschen sich beschweren, wenn Menschen über ihre Probleme sprechen und dann plötzlich ein spirituelles Zitat einfließen lassen. Oder wenn du dich beschwerst und du über deine Probleme sprichst, wenn du zum Ausdruck bringst, dass du unzufrieden bist, auch dann haben sie ein spirituelles Zitat für dich.

    Der Verstand hat die Spiritualität übernommen. Und das ist keine Spiritualität. Es gibt ein bekanntes Zen-Zitat zu diesem Thema. Es lautet: "Vor der Erleuchtung Holz hacken, Wasser tragen. Nach der Erleuchtung Holz hacken, Wasser tragen." Genauso könnte man sagen: "Vor der Spiritualität Feuerwehrmann, nach der Spiritualität Feuerwehrmann." Du übst deinen Job nicht anders aus. Du lebst auch nicht anders. Du bist anders.

    Doch da die meisten Menschen durch die Spiritualität nicht anders sind, versuchen sie, anders zu erscheinen. Vor allem aber versuchen sie, andere aufzuklären und zu belehren. Sie hauen ihnen die Sätze ihrer Lehrer um die Ohren und sie verwenden auswendig Gelerntes, um alles zu relativieren. Sie erzählen den anderen, wie sie jetzt mit Energien das Feuer löschen, wie sie gefühlt zum Einsatzort schweben und wie ihnen ihr rosa Plüscheinhorn bei jedem einzelnen Einsatz hilft. Außerdem darf man die Wirkung der Mantren, die sie singen, während sie das Feuer löschen, auf gar keinen Fall unterschätzen.

    Wenn du wirklich anders bist, wenn sich bei dir tatsächlich etwas verändert hat, dann gibt es keinen Grund, anders erscheinen zu wollen. Diesen Grund gibt es nur, wenn sich nichts verändert hat und wenn du anderen etwas vormachen willst. Und dann ist es einfach nur der Verstand, der spirituell labert.

    Ich habe das bei unzähligen Treffen hinter den Kulissen mit Spirituellen erlebt und ich habe es nie verstanden. Ich fand jede spirituelle Anmerkung vollkommen überflüssig. Sie hat das gestört, was vorher gesagt wurde. Sie hat das relativiert, was gerade ausgedrückt wurde. Und Spiritualität ist kein Relativismus. Spiritualität ist die Akzeptanz dessen, was hier ist. Auch dann, wenn das, was hier ist, nicht angenehm ist.

    Echte Spiritualität wirkt auf einer viel tieferen Ebene als auf der Ebene der Erscheinungen. Und deshalb musst du das, was du tust, auch gar nicht verändern. Du tust es vielleicht bewusster, aber du tust es für dich bewusster. Dabei ist dir vollkommen egal, ob das andere mitbekommen. Denn das findet wieder auf der Ebene der Erscheinungen statt.

    Du erscheinst als Feuerwehrmann. Das genügt. Und das lebst du. Sonst nichts. Das ist Spiritualität. Nicht das Gequatsche deines Verstandes und nicht die Erklärungen gegenüber anderen.

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