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    22.2.2026AQ 3012
    »Herzensmenschen sind keine.«
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    Als Herzensmenschen bezeichnen sich meist all jene, die nicht in der Lage sind, ihr Leid zu verarbeiten. Und sie sind der Meinung, es sei das Leid der anderen, das sie nicht verkraften. Doch sie selbst leiden genau darunter. Ein wahrhaftiger Herzensmensch leidet nicht. Denn er hat sein pures, reines Herz gefunden. Dieses pure Herz ist frei von Leid. Wenn Herzensmenschen leiden, dann haben sie ihr Herz mit etwas verbunden, das es nicht ist. Sie interpretieren ihr Leid als ihr Herz. Und sie leiden unter dem Leid der anderen.

    Dieses Leid wird auch als Mitleid bezeichnet. Und obwohl Mitleid auch nicht hilft, ist es noch nicht einmal das. Das Leid der anderen löst ihr eigenes, unverarbeitetes Leid aus. Sie leiden also nur mit, weil es um ihr eigenes Leid geht. Dieses eigene Leid hat mit dem Leid der anderen überhaupt nichts zu tun. Es muss noch nicht einmal in der gleichen Kategorie stattfinden, um das eigene Leid auszulösen. Der Trigger, also der Auslöser des eigenen Leids, muss nicht unbedingt das Leid der anderen sein. Der Trigger außerhalb, also das Leid der anderen, ist nur der Auslöser des eigenen Leids.

    Und dieses eigene Leid kommt nicht aus der aktuellen Situation. Auch wenn das die meisten nicht verstehen können: Es hat mit der aktuellen Situation rein gar nichts zu tun. Es sind abgespeicherte Gefühle, die in uns ausgelöst werden und diese Gefühle reichen weit zurück. Sie wurden in unserer frühesten Kindheit abgespeichert. Wir müssen dazu nicht wissen, wann und warum. Denn wir können das Gefühl in seiner pursten Form jetzt gerade wahrnehmen.

    Die Trigger sind nicht überall. Es liegt an unserer Empfänglichkeit für sie. Wir sind auf sie gepolt und die meisten empfinden das als Strafe. Sie sind aber keine Strafe. Sie sind da, weil wir bereit sind. Wir realisieren es nur nicht, weil wir die Gefühle ablehnen. Deswegen lehnen wir auch die Situationen, die sie auslösen, ab. Und wir sind unser gesamtes Leben damit beschäftigt, die Trigger zu managen. Wir versuchen, sie irgendwie zu verwalten, statt das Geschenk zu sehen.

    Das Problem, warum der Verstand wegen dieser Formulierung rebelliert, liegt darin, dass wir Geschenke als etwas Schönes, extrem Positives wahrnehmen wollen. Das Positive an so einem Geschenk ist aber erst immer im Nachhinein zu erkennen. Währenddessen irritiert es dich, regt es dich auf und stört es dich ganz gewaltig. Anders ist es auch gar nicht möglich, denn wenn du solche Geschenke positiv erleben würdest, hättest du ja kein Problem und damit könntest du auch nicht erkennen, welche Heilung ansteht.

    Dein Leid macht dich nicht zum Herzensmenschen. Deine Fähigkeit, dein Leid zu verarbeiten, schon.

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