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    21.2.2026AQ 3011
    »Übergriffigkeit resultiert immer aus Verdrängung.«
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    Übergriffigkeit ist eine Übersprungshandlung. Die meisten Menschen versuchen, die Welt außerhalb von sich zu verändern. Sie sind deshalb so vertraut mit dieser Übersprungshandlung, dass es ihnen gar nicht mehr auffällt. Sie halten es für das Natürlichste der Welt, den anderen verändern zu wollen. Und ja, auch ungefragte Hilfe ist der Wunsch, den anderen zu verändern. Bei dieser Übersprungshandlung geht es um jede Art von Eingriff in das Leben anderer.

    Mit dem heutigen Zitat möchte ich nicht sagen, dass du nie wieder helfen darfst. Doch wenn du den Antrieb für deine Hilfe nicht reflektiert hast, dann bleibt sie für immer ineffektiv. Sie bleibt ineffektiv, weil sie nicht intuitiv entsteht, sondern lediglich deiner Verdrängung dient. Was du verdrängen willst, sind natürlich deine Gefühle. Und die meisten Menschen wollen das noch nicht einmal zugeben. Sie können es auch gar nicht zugeben, weil der Verdrängungsmechanismus so stark ist und die Übersprungshandlung so schnell, dass sie es tatsächlich nicht mitbekommen.

    Sobald du bereit und in der Lage bist, deine Gefühle wahrzunehmen, statt sofort zu handeln, reagierst du im Laufe der Zeit anders. Ganz oft willst du gar nicht mehr helfen, weil du merkst, dass es in Wahrheit außer dem Gefühl in dir gar kein Problem gibt. Und falls du hilfst, wird deine Hilfe intuitiver und damit effektiv. Die meisten Menschen können ihre Intuition aber überhaupt nicht wahrnehmen. Sie würden den Drang, den sie verspüren, wenn sie eine Übersprungshandlung machen, immer als Intuition beschreiben.

    Das ist ja auch verständlich. Denn es passiert so schnell, dass es einem intuitiv vorkommt. Und mit Hilfe von Anstrengung oder Logik kann man das nicht unterscheiden. Das geht nur durch jahrelange Praxis des Fühlens und eben auch des Nichtreagierens. Wenn du es nie oder nur ein paar Mal ausprobierst, wie es ist, wenn du nicht reagierst, bekommst du darin keine Übung und damit auch keine tieferen Einblicke.

    Die meisten Menschen sind dabei nicht im Widerstand zu dem, was ich sage. Sie sind im Widerstand dazu, ihren Verdrängungsmechanismus, ihre Übersprungshandlung wahrzunehmen. Denn in dem Moment, in dem du diesen Verdrängungsmechanismus wahrnimmst, bricht etwas in dir zusammen. Und es bricht zusammen, weil ab dem Zeitpunkt der bewussten Wahrnehmung der Verdrängungsmechanismus nicht mehr funktioniert.

    Du müsstest dich dann selbst belügen. Das bekommst du aber mit. Und deshalb fällt es dir immer wieder und immer öfter auf, warum du reagierst. Du kannst dann deine Probleme nicht mehr auf die Welt projizieren. Vor allem aber kannst du dann deine eigene Übergriffigkeit sehen, statt nur die Übergriffigkeit der anderen. Und das ist sehr schmerzhaft. Denn bisher hast du gedacht, die anderen seien übergriffig. Und du hast nicht verstanden, warum sie so sind. Jetzt weißt du es.

    Du weißt es nicht, weil sie es dir erklärt haben. Du weißt es, weil du es dir selbst aus eigener Erfahrung erklären kannst. Mach jetzt nicht den Fehler, den anderen zu erklären, warum sie übergriffig sind.

    Übergriffigkeit
    Verdrängung
    Übersprungshandlung
    Widerstand