Ganz allgemein könnte man sagen, dass Leid durch einen Streit mit deinem Leben entsteht. Wenn du ganz genau hinschaust, dann realisierst du, dass du gar nicht mit deiner erlebten Realität, sondern mit den dadurch entstandenen Gefühlen in dir streitest. Du lehnst diese Gefühle ab. Du willst sie nicht fühlen. Deshalb beginnst du zu streiten.
Dieser Streit braucht keine Argumente. Manchmal hat er welche, weil du darüber nachdenkst. Und du denkst darüber nach, weil du herausfinden willst, wie du die Gefühle loswerden kannst. Diesen Versuch, deine Gefühle loszuwerden, kannst du nur durch Hingabe an deine Gefühle beenden. Jeder weitere Gedanke steht dir dabei im Weg.
Doch genau das produziert der Verstand: Gedanken. Er ist immer noch fest überzeugt davon, du könntest durch Denken dein Leben verändern. Und Denken bedeutet immer, deine Gefühle zu verdrängen. Er glaubt also wirklich, durch Verdrängung deiner Gefühle etwas in deinem Leben verändern zu können. Und so streitet er mit deinen Gefühlen, mit deiner erlebten Realität und damit letztendlich mit deinem Leben.
Dein Leben, so wie es jetzt gerade ist, existiert nur durch dieses Gefühl. Wenn du dieses Gefühl, das jetzt gerade hier ist, verurteilst oder verdrängen willst, willst du im Kern dein Leben verdrängen. Das bedeutet nicht, dass du nichts tun darfst, um dir die erlebten Gefühle zu erleichtern. Aber wenn du alles getan hast, was im Rahmen deiner Möglichkeiten liegt und vielleicht sogar darüber hinaus, dann könntest du es so wahrnehmen, wie es jetzt tatsächlich ist. Frei von Gedanken und nur in diesem Gefühl verwurzelt.
Das ist nicht immer einfach und das ist auch keine Anleitung, dich selbst zu quälen. Aber es ist eine Anleitung, diejenige Möglichkeit auszuprobieren, die du noch nie ausprobiert hast. Es ist eine Anleitung zur Hingabe. Denn die Hingabe ist das Ende des Streits mit deinem Leben. Und von der Übung in Hingabe gibt es kein Ende, lediglich einen Beginn.
Lass dieses Zitat deinen Beginn sein. Den Beginn einer endlosen Übung.