Alle Nachrichten, auch sogenannte Enthüllungen, sind Ablenkung. Sie lenken dich von dem ab, was jetzt gerade tatsächlich hier ist. Die Nachricht oder die Enthüllung ist jetzt gerade nicht hier. Sie beschäftigt dich aber und du beschäftigst dich mit ihr. So lenkst du dich von dem ab, was jetzt tatsächlich ist. Und du lenkst dich ab, indem du Leid und Drama in dir erzeugst.
Die wichtigste Aufgabe von Aufklärern ist gar nicht aufzuklären. Ihre wichtigste Aufgabe ist, mit dem in Frieden zu kommen, worüber sie aufklären. Wenn sie das nicht anstreben und nicht schaffen, dann verpassen sie ihre Aufgabe. Währenddessen können sie andere natürlich aufklären. Doch der Kern ihrer Aufgabe ist es nicht, andere zu verändern. Der Kern ihrer Aufgabe ist es, sich selbst zu verändern. Sie müssen die Mechanismen, die sie in der Welt sehen, in sich selbst erkennen. Solange sie diese Erkenntnis ablehnen, verleugnen sie sich selbst. Erst wenn sie sich selbst erkennen, können sie sich ihrer selbst auch sicher sein. Vorher zweifeln sie an sich selbst und auch an ihrer Wahrnehmung.
Ein guter und fähiger Aufklärer ist sich seiner Wahrnehmung sehr sicher. Deshalb muss er andere nicht davon überzeugen. Denn er vertraut darauf, dass sie selbst ihre Wahrnehmung ebenfalls schulen können. Nur derjenige, der an sich selbst zweifelt, zweifelt auch an den Fähigkeiten der anderen. Deshalb sind einige Aufklärer auch so aggressiv. Sie sind im Kern verzweifelt. Sie zweifeln an sich und an der Welt. Und sie suchen Stabilität, indem sie andere aufklären, sprich auf ihre Seite ziehen. Sie wünschen sich Unterstützung, weil sie sich so fühlen, als wären sie dieser Aufgabe nicht gewachsen. Doch ihre Aufgabe ist überhaupt nicht, andere zu überzeugen und auf ihre Seite zu ziehen. Ihre Aufgabe ist die gleiche wie die Aufgabe aller anderen Menschen auch: sich selbst in der Welt zu erkennen. Und solange sie mit den Theorien und Praktiken von Verschwörungen emotional nicht klarkommen, können sie sich darin nicht selbst erkennen.
Es ist dieser Mangel an Selbsterkenntnis, der dafür sorgt, dass die Welt so ist, wie sie uns erscheint. Deshalb haben Enthüllungen keinen Wert. Denn nach Enthüllungen denken wir: "Die anderen müssen bestraft werden. Und irgendjemand soll dafür sorgen, dass das aufhört." Doch niemand weiß, wer das sein soll. Und obwohl wir aus Erfahrung wissen, dass Proteste und Wahlen nichts verändern, kommen wir trotzdem auf keine neue Idee. Die notwendige neue Idee ist eine sehr alte. Sie ist sehr einfach und sie lautet: "Jeder beginnt bei sich."
Die meisten Menschen halten das für zu wenig. Sie sind überzeugt, dass es einen Empörungsmodus und irgendeine Art von Kampf braucht. Doch genau das versuchen wir schon so lange und es hat noch nie funktioniert. Jeder ist frei, daran festzuhalten. Und falls doch einmal ein paar Menschen das Interesse verlieren, kommen einfach neue Enthüllungen. Enthüllungen über Dinge, die so stattgefunden haben können oder auch nicht. Vor allem aber Enthüllungen, die uns wieder einmal von einer praktischen Lösung abhalten.