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    9.2.2026AQ 2999
    »Überall, wo sich die Möglichkeit von Macht konzentriert, erliegen Menschen ihrer Versuchung.«
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    Es ist einfach, die anderen als fehlerbehaftet zu sehen und zu beurteilen. Das fällt uns leicht und wir machen es sehr gerne. Denn dadurch müssen wir uns unsere eigene Anfälligkeit nie anschauen. Nur derjenige, der seine eigene Anfälligkeit für Macht erkennt, ist bereit für sie. Denn er braucht sie nicht. Und er kennt sich so gut, dass er zumindest erkennen würde, sobald er die Macht missbraucht.

    Ich habe in den vergangenen zehn Jahren alles getan, um nicht dort aufzutreten, wo die Stars der Szene gefeiert werden. Es ist nicht nur so, dass es mich nicht anzieht, es stößt mich ab. Und ich weiß noch nicht einmal, warum. Doch zwischendurch bekomme ich Einblicke, die ich nie bekommen wollte. Es sind Blicke hinter die Kulissen, die einem sehr leicht als Negativität ausgelegt werden.

    Etwas sehen zu können ist keine Negativität. Und ich kann sehen, dass und wie Macht in der spirituellen Szene missbraucht wird. Ich halte keine Ausschau danach. Es wird mir auf dem Silbertablett präsentiert. Im ersten Schritt noch nicht einmal als Geschichte. Ich verstehe meistens überhaupt nicht, warum es mich nicht anzieht und im Gegenteil abstößt.

    Auf der anderen Seite kann ich die Anziehung sehen, die von meinem Ego ausgeht. Und da die nicht echt ist, folge ich ihr nicht. Das ist überhaupt keine bewusste Wahl, die ich habe. Da das Gefühl der Abstoßung parallel so stark ist, dass es mir überhaupt keine Freude bereiten würde, wenn ich gegen dieses Gefühl handel. Und kaum warte ich ein paar Jahre, bekomme ich die Bestätigung sogar als Geschichte.

    Ich habe mich immer wieder gefragt, warum mich der "Flow Summit" derart abstößt. Dort werden ja die Stars der spirituellen Szene gefeiert. Einer dieser internationalen Stars und Zugpferde des "Flow Summit" ist Deepak Chopra. Ich weiß nicht, was er getan hat und es interessiert mich auch nicht, aber er hat einem gewissen Herrn Epstein geschrieben, dass Gott ein Konstrukt ist und süße Mädchen real sind. Das wären also diejenigen, mit denen ich mir die Bühne teilen würde bei diesen großen Veranstaltungen.

    Ein spiritueller Star ist für mich der größte Widerspruch. Es ist an Absurdität kaum zu übertreffen. Und offensichtlich bekommt einigen die Konzentration von Macht nicht wirklich gut. Es ist ein hohes Maß an Selbstreflektion notwendig, um dieser Machtkonzentration nicht zu verfallen.

    Ein echter Lehrer reflektiert sich selbst in seinen Taten. Er hat keine Angst und er ist auch nicht paranoid. Dadurch geht er dem Zeitgeist nicht auf den Leim. Er erkennt aber sein Ego, falls es in seinen Taten zum Ausdruck kommt. Und sein Ego erkennt er nicht durch Gedanken, sondern durch Gefühle. Und zwar durch alle Gefühle. Auch Gefühle der Berührung können vom Ego ausgelöst sein.

    Ein guter Lehrer lässt diese Gefühle durch sich hindurch fließen. Er versucht sie nicht zu vermeiden, aber auch nicht zu verstärken. Außerdem hat er auch keine Angst zuzugeben, wenn er seinem Ego auf den Leim gegangen ist. Das ist eine Fähigkeit, die der Großteil der spirituellen Szene noch lernen muss. Und deshalb wird Macht in der Spiritualität genauso missbraucht wie sonst überall auch.

    Macht
    Versuchung
    Machtmissbrauch
    Selbstreflektion