Es wird immer wieder davor gewarnt, dass wir gesteuert und manipuliert werden. Damit meinen wir selten uns selbst und meistens die anderen. Wir wollen also die anderen wachrütteln, dass sie manipuliert werden. Und das machen wir mitunter mit sehr manipulativen Methoden. Wir arbeiten zum Beispiel mit Angst. Also genau so, wie wir auch manipuliert werden und wie wir uns sogar selbst manipulieren.
Dabei ist die Angst vor Manipulation vollkommen unbegründet. Denn solange du manipuliert werden kannst oder manipuliert wirst, findet die Manipulation unbewusst statt. Du bekommst es nicht mit und deshalb fühlt es sich nicht wie eine Manipulation an. Sobald es dir auffällt, dass du manipuliert wirst und dass mit manipulativen Methoden gearbeitet wird, kannst du gar nicht mehr manipuliert werden, außer du lässt es weiterhin zu, weil du die Erkenntnis verdrängst. Und die Erkenntnis ist nicht, dass du manipuliert wirst. Die Erkenntnis ist, wie Manipulation funktioniert und vor allem wie sie in dir wirksam ist.
Ohne Angst und ohne Hoffnung gibt es keine Möglichkeit, dich zu manipulieren. Die ideale Manipulation besteht also daraus, dir zuerst Angst und dann Hoffnung zu machen. Wenn man beides steuern kann, hat man dich in der Hand, vorausgesetzt du merkst es nicht. Sobald du merkst, dass mit deinen Gefühlen gespielt wird, stellt sich nicht die Frage, wie du die Manipulation beenden kannst. Es stellt sich die entscheidende Frage, wie du bereit sein kannst, die Gefühle wahrzunehmen. Denn manipuliert werden kannst du nur, wenn du nicht bereit bist, die Gefühle wahrzunehmen, die durch die Manipulation in dir ausgelöst werden.
Sobald du die dazugehörigen Körperempfindungen vollkommen hier sein lassen kannst, verliert die Manipulation sofort und in vollem Umfang ihre Macht. In dem Moment merkst du auch, dass du die Manipulation nicht mehr auf andere schieben kannst. Es kann zwar sein, dass sie absichtlich manipulieren, doch es braucht eine Grundlage in dir, damit es wirken kann. Außerdem kann ein Manipulateur nicht bewusst sein. Er ist sich seines eigenen Mechanismus, warum er manipuliert und wie er manipuliert, nicht bewusst. Zu diesem Bewusstsein würde nämlich nicht nur gehören, dass er manipuliert, es würde auch dazugehören, dass er versteht, wie er selbst manipuliert wird.
Es gibt keinen Manipulator, der selbst nicht manipuliert wird. Ein Manipulator, der die Regeln seiner eigenen Manipulation entdeckt, kann selbst nicht mehr manipuliert werden und will andere nicht mehr manipulieren. Doch so weit möchten die meisten Menschen mit ihrer Erkenntnis nicht gehen. Sie wollen den Fehler beim anderen entdecken, nicht bei sich selbst. Sie brauchen jemanden, dem sie die Schuld geben können. Und das nur, um die Verantwortung für die eigenen Gefühle nicht übernehmen zu müssen.
Wenn du glaubst, die Elite könnte etwas steuern, was in ihr selbst und in den anderen Menschen nicht angelegt ist, dann bist du auf dem Holzweg. Um manipuliert werden zu können und um andere manipulieren zu können, muss es in denen, die manipulieren, genauso vorhanden sein, wie in denen, die manipuliert werden. Und sobald du den Mechanismus der Manipulation wirklich erkannt hast, ist er vollkommen unwirksam.