Alte Mechanismen funktionieren nicht mehr und die neuen noch nicht. In der alten Welt war es einfach. Sie hat mit Angst und mit Hoffnung funktioniert. Deshalb gab es Zuckerbrot und Peitsche. Wenn Angst und Hoffnung wegfallen, passiert aber nicht das, was wir vermuten oder was wir uns wünschen. Wenn du den Menschen die Angst nimmst, werden sie ganz schnell und leicht überheblich. Und wenn du ihnen die Hoffnung nimmst, werden sie angepisst oder depressiv.
Dieser Übergang von der sogenannten alten in die neue Welt ist überhaupt nicht so einfach, wie getan wird. Es ist auch keine Welt außerhalb von dir, die sich verändert oder verändern muss. Alles geht von der Welt in dir aus. Und auf die Veränderung dieser Welt bist du nicht vorbereitet. Denn deine innere Welt hat dir niemand gezeigt und erklärt. Ganz im Gegenteil, sie wurde dir abgesprochen. Du solltest versuchen, aus deiner subjektiven Wahrnehmung eine objektive Wahrheit abzuleiten, die nicht von dir definiert wurde. Und sie wurde nicht von dir definiert, weil du sie nicht erlebt hast. Sie wurde dir von außen aufgezwungen.
Deshalb kennst du deine innere Welt überhaupt nicht. Und du kennst vor allem die Reaktionen deiner inneren Welt auf äußere Veränderungen nicht. Du wünschst dir zwar, dass es sich zum Positiven verändert, aber du weißt gar nicht, was das für dich bedeutet. Du kennst die Konsequenzen nicht. Niemand kennt diese Konsequenzen. Weder für sich und schon gar nicht für dich. Diese Konsequenzen musst du selbst erfahren. Und dazu musst du bereit sein, Dinge zu erleben, die du nicht gerne erlebst.
Denn wenn du einfach versuchst, alles positiv zu sehen, dann wird aus deiner Veränderung etwas richtig Seltsames. Du bist dann hinterher unechter als vorher und damit überhaupt kein positives Beispiel. Wenn Menschen das bekommen, was sie sich angeblich wünschen, dann ist das Ergebnis überhaupt keine positive Veränderung. Denn die Erfüllung der Wünsche bedeutet immer, dass Probleme wegfallen. Und wenn Probleme wegfallen, dann hat das Ego nichts mehr zu greifen. Und deshalb sucht es dann nach anderen Problemen. Kurz gesagt, das Ego dehnt sich aus. Es wird nicht kleiner, sondern bedeutender.
Wenn das nicht erkannt wird, wird es für alle Beteiligten unangenehm. Es wird auch eine Form der Möchtegern-Spiritualität daraus, die weder hilfreich für dich noch für die anderen angenehm ist. Wer die Mechanismen seines eigenen Ego nicht entlarvt, hat keine Transformation hinter sich. Menschen, die nur in Licht und Liebe in die neue Welt gewechselt sind, auch nicht. Das ist der Grund, warum die alte Welt jede Menge Lärm macht, wenn sie untergeht.
Es gibt diesen allseits gewünschten sanften Übergang nicht. Wenn er so erscheint, ist er in den meisten Fällen gespielt. Denn tatsächlich funktionieren die alten Mechanismen nicht mehr und die neuen noch nicht.