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    31.1.2026AQ 2990
    »Jetzt aber wirklich.«
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    "Der Nebel lichtet sich. Das Ende der alten Welt ist da." Gibt es wirklich noch jemanden, der diesen Scheiß glaubt? Sehr wahrscheinlich ist es keine Absicht, aber es ist die Methode von Rattenfängern. Jeder, der auch nur einen einzigen Moment Erfahrung mit Spiritualität hat, weiß, dass sie nicht kollektiv entsteht. Und damit weiß er vor allem auch, dass er niemals auf andere warten muss oder andere dafür braucht.

    Die Rattenfänger verweisen nicht auf diesen Moment. Sie verweisen immer auf die Zukunft. Und die wird selbstverständlich glorreich. Und selbst wenn sie deine Aufmerksamkeit nicht auf die Zukunft, sondern auf den jetzigen Moment lenken, verführen sie dich und sie führen dich in eine falsche Richtung. "Jetzt passen die Energien. Jetzt wird alles noch hoch schwingender. Jetzt stehen die Energien auf Veränderung. Jetzt unterstützt dich das gesamte Universum." Sie arbeiten immer noch mit Hoffnung und vertrösten dich auf Kommendes. "Jetzt sind die neuen Energien da. Jetzt ist die Zeit des Wandels."

    Das erste Mal wandelst du dich tatsächlich, wenn du erkennst, dass es nur diesen einen Moment gibt. Dadurch realisierst du, dass die Zukunft nicht existiert und sie immer nur ein Gedanke ist. Gedanken sind aber nicht deine Essenz. Hoffnung auf die Zukunft ist nicht deine Essenz. Der Wunsch nach kollektiver Veränderung ist nicht deine Essenz. Ganz im Gegenteil: Es ist die Ablenkung von deiner Essenz. Und es ist die Ablenkung und Kanalisierung deiner Energie auf andere. Nämlich auf jene, die dir sagen, wie die Zukunft wird. Das ist eigentlich hochgradig ungemütlich für alle Beteiligten. Sie merken es nur nicht, weil sich jeder in seiner Rolle selbstzufrieden gefällt. Die Wahrsager als Propheten und ihre Anhänger als ihre Schäfchen.

    Ich möchte keinen einzigen Anhänger. Wäre das mein Ziel, könnte ich dir Freiheit nicht zeigen. Ich müsste mir selbst etwas vormachen und ich müsste bereit sein, dich fehlzuleiten. Diese Bereitschaft existiert für mich nicht. Und es fällt mir immer wieder wie Schuppen von den Augen, dass andere entweder sehr bereit dafür sind oder es noch nicht einmal mitbekommen, während sie behaupten, sie seien bewusst. Sie sprechen die ganze Zeit von Gemeinschaft und sie sprechen von Feldern, die diese Gemeinschaft kreiert, während sie diese Gemeinschaft selbstverständlich anführen. Und während in ihren Reihen natürlich ganz viele erwachte Seelen sind, die sie entsprechend feiern.

    Mir fällt dazu immer wieder der Schlusssatz aus dem Film "Im Auftrag des Teufels" ein. Denn er gilt für beide Seiten, für die Anführer genauso wie für ihre Gefolgschaft. Und er lautet: "Eitelkeit ... eindeutig meine Lieblingssünde."

    Rattenfänger
    Zukunft
    Freiheit
    Anhänger
    Eitelkeit