Das größte spirituelle Gift ist Hoffnung und Kollektivismus. Am schlimmsten ist die Kombination daraus: die Hoffnung auf Kollektivismus. Menschen wünschen sich Bewegungen und der einzige relevante Grund dafür ist der Wunsch, sich selbst nicht bewegen zu müssen oder zumindest nicht damit anfangen zu müssen.
Mit dem Wunsch nach Gemeinschaft verhinderst du, selbst eigenverantwortlich zu beginnen. Du versuchst, etwas auf eine Gruppe zu übertragen, was einzig und allein in deiner Verantwortung liegt. Die Hoffnung auf eine Gemeinschaft, in der du aufblühen kannst, ist nichts anderes als Prokrastination. Du verschiebst die wichtigste Aufgabe deines Lebens auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.
Viele Menschen warten derzeit auf eine Revolution. Viele glauben sogar, dass Aufstände helfen würden. Doch nach dem Aufstand ist immer vor dem Aufstand. Und so kannst du dich endlos im Kreis drehen. Denn durch die anderen, die deiner Meinung sind und gemeinsam mit dir kämpfen, ändert sich in dir gar nichts.
Es ist dabei vollkommen egal, von welcher Seite diese gemeinsame Bewegung gewünscht wird, sie ist immer kontraproduktiv. Denn die beteiligten Menschen verlieren sich in der Masse. Viele von ihnen würden sich am liebsten in der Gemeinschaft auflösen. All das nur, um selbst nicht verantwortlich zu sein. Die Gemeinschaft ist eine wunderbare Möglichkeit, um dich zu verstecken und nicht in Erscheinung zu treten.
Deshalb ist dieser Wunsch vor allem in der spirituellen Szene weit verbreitet. Viele Spirituelle sind sehr sensibel und eine der Möglichkeiten, damit umzugehen, ist, sich in der Masse zu verstecken. Du bist aber letztendlich immer selbst verantwortlich. Und dein Leben entwickelt sich auch nur, wenn du selbst etwas tust. Es ist nicht möglich, diese Entwicklung auf eine Gemeinschaft abzuwälzen. Entwicklung ist immer individuell.
Du kannst sie auch nicht delegieren und du kannst sie noch nicht einmal mit anderen besprechen. Denn entweder werden sie dich nicht verstehen und wenn sie dich verstehen, dann ist das noch keine Entwicklung. Wenn sie dich nicht verstehen, versuchen sie, dich von deiner Entwicklung abzuhalten. Und wenn sie dich verstehen, dann besteht für dich die Gefahr, dass du dich auf diesem Verständnis ausruhst.
Wenn du dir eine Revolution wünscht, wenn du die Hoffnung hast, dass andere die Welt so sehen, wie du sie siehst, dann bist du immer noch auf dem spirituellen Holzweg. Du wirst vielleicht gefeiert oder du feierst andere, aber Entwicklung sieht anders aus. Deine Entwicklung muss immer unabhängig sein von den anderen. Sonst ist es keine. Sonst ist es die Anpassung an gesellschaftlich akzeptierte Normen.
Mein erstes Zitat, das ich veröffentlicht habe, war genau zu diesem Thema. Ich hatte es sogar auf ein Plakat gedruckt. Es lautet: "Die nächste Revolution findet innen statt."