Obwohl es überall gelehrt wird, dass du deine Mission finden und leben sollst, ist es grundlegend falsch. Denn erstens lenkt es dich ab und zweitens hast du noch nie etwas für andere getan. Und weil du diese Aussage ablehnst, erkläre ich es dir gerne im Detail.
Du lenkst dich von dem ab, worum es tatsächlich geht. Da stellt sich der Verstand natürlich die Frage: "Woher will der denn wissen, worum es tatsächlich geht? Ist er ein Hellseher? Channelt er? Oder hat er die Weisheit mit Löffeln gefressen? Warum bildet er sich ein, das zu wissen?" Die Antwort ist ganz einfach: "Aus eigener Beobachtung." Und im Vergleich zu den meisten anderen nicht aus der Beobachtung von anderen, sondern aus der Beobachtung von sich selbst.
Dann könnte er natürlich noch denken: "Na ja, das ist halt bei ihm so, warum sollte es bei mir auch so sein?" Dann habe ich eine ganz einfache Bitte und Übung für dich: Untersuche genauestens, woher all deine Wünsche inklusive deinem Antrieb, anderen zu helfen und die Welt zu verändern, kommt. Dein Verstand geht von Egoismus aus, bevor er dein Ego untersucht hat. Es kann in diesem Leben nur um dich gehen. Es gibt überhaupt keine andere Möglichkeit. Würde es um die anderen gehen, müsstest du überhaupt nicht hier sein.
Du kannst jetzt natürlich immer noch denken: "Ja gut, aber ich bin ja hier, um den anderen zu helfen." Und das ist ein netter Versuch. Den anderen zu helfen und die Welt retten zu wollen, ist die Beschäftigung des Verstandes mit Problemen, die gerade nicht hier sind. Tatsächlich hast du andere Probleme. Eigene nämlich. Und diese eigenen Probleme wollen wir uns nicht anschauen. Denn die kommen tatsächlich von unserem Ego.
Diese Probleme kannst du wunderbar verdrängen, indem du eine Mission entwickelst, dich um die Probleme der anderen zu kümmern. Darüber definierst du dich dann. Das kann wie gesagt ein sehr starker Antrieb sein und deshalb funktioniert es bei vielen so gut. Denn dadurch müssen sie nicht bei sich selbst schauen. Sie können sich erfolgreich einbilden, ihre Seelenaufgabe zu leben, weil sie währenddessen verdrängen, dass sie damit ihre eigene Seele unterdrücken.
Und unterdrückt wird die eigene Seele immer vom Ego, von der Programmierung. Der Wunsch, eine eigene Mission zu haben, ist die Unterdrückung des Ego. Dadurch bist du abgelenkt und musst deinen eigenen Schmerz nicht fühlen. Der zweite Grund ist genau so einfach, aber für den Verstand trotzdem schwierig zu verstehen. Du machst nie etwas für andere. Du machst alles für dich. Das ist mit dem ersten Grund eng verwoben.
Selbst wenn du denkst, selbstlos zu sein, bist du es nicht. Und das absolute Paradox dabei: Das Selbstloseste, das du tun kannst, ist, egoistisch zu sein. Damit meine ich nicht den Egoismus, den wir hauptsächlich in unserer Gesellschaft vorfinden. Ich meine sozusagen spirituellen Egoismus. Denn dieser Egoismus ist keiner. Du kümmerst dich ab sofort nur noch um dich, dein Ego und damit um deine Seele. Du machst alles nur für dich. Selbst dann, wenn du anderen hilfst.
Dadurch erkennst du Mechanismen und Systeme in dir, die dir bisher verborgen geblieben sind. Du bearbeitest dadurch dein Ego. Und so kannst du es im Lauf der Zeit loslassen. Nicht künstlich und affektiert, sondern sehr natürlich. Genau genommen lässt du es gar nicht los. Es lässt dich los. Mit einer künstlichen Mission lässt es dich dagegen nie los.