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    24.1.2026AQ 2983
    »Deine spirituelle Praxis ist keine Aufgabe, die du abhaken kannst.«
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    Der Mainstream stellt Spiritualität so dar, als könntest du sie wie eine tägliche Aufgabe erledigen. Du erledigst sie als Morgenroutine und hast dann den Rest des Tages frei. Im besten Fall wird gesagt, dass du Spiritualität durch bestimmte Übungen in deinen Alltag einfließen lassen sollst. Doch auch das findet in einem begrenzten Rahmen statt. Und das hat mit Spiritualität wenig bis nichts zu tun.

    Spiritualität ist, wenn du dich und dein Leben davon durchdringen lässt. Und sie hat überhaupt nichts damit zu tun, wie du nach außen erscheinst. Doch genau das ist der Fokus des Verstandes, wenn Spiritualität als Lifestyle gesehen wird. Da geht es dir dann darum, den anderen zu sagen, was du von deinem Lehrer gehört hast. Und es geht dir darum, schlaue spirituelle Sätze zu sagen, damit alle anderen sehen und erkennen können, wie spirituell du bist. Deshalb lauern die spirituellen Schlaumeier an jeder Ecke.

    Die spirituelle Praxis wird vollkommen falsch verstanden. Ich habe zum Beispiel folgende Definition gefunden: "Spirituelle Praxis umfasst strukturierte Übungen wie Meditation, Gebet, Yoga, Mantra-Rezitation oder Rituale, zum Beispiel bei Neumond oder Vollmond, die zur inneren Entwicklung, Klarheit und Verbindung zum Göttlichen beitragen." Und das ist genau der Schwachsinn, der gelehrt und deshalb von vielen genau so gelebt wird. Spirituelle Praxis hat eben nichts mit strukturierten Übungen zu tun, sonst ist es keine Praxis. Alles mit Struktur ist eine neue Programmierung.

    Das bedeutet nicht, dass du nichts im spirituellen Bereich machen darfst, das eine Struktur hat. Du machst dreimal die Woche Yoga. Du meditierst jeden Morgen für 30 Minuten. All das ist vollkommen in Ordnung. Aber zu denken, das sei deine spirituelle Praxis, ist töricht. Spirituelle Praxis ist es, wenn du sie lebst. Nicht gegenüber den anderen, sondern für dich in dir. Niemand muss sehen, wie spirituell du bist. Aber spirituelle Praxis braucht etwas, das dir Spiritualität in jedem Moment ermöglicht.

    Das bedeutet nicht, dass du dich jeden Moment erinnerst. Und es bedeutet auch nicht, dass du es jeden Moment schaffst. Aber es ist doch verrückt zu glauben: "Jetzt ist mein Alltag. Ich gehe in die Arbeit und hinterher habe ich dann Zeit für meine spirituelle Praxis. Da gehe ich dann zum Yoga und meditiere." Eine spirituelle Praxis, die sich auf eine zeitlich begrenzte Übung beschränkt, ist höchstens der Beginn und damit noch nicht wirklich eine spirituelle Praxis.

    Spiritualität bedeutet nämlich nicht, dass du dich damit beschäftigen musst. Du musst dir dafür nicht extra Zeit nehmen. Gelebte spirituelle Praxis ist es erst, wenn sie für dich jederzeit verfügbar ist. Und genau das macht die Frage: "Wo im Körper fühle ich das?" Diese Frage steht dir jederzeit zur Verfügung. Sie ermöglicht dir echte, gelebte spirituelle Praxis im Alltag und zwar sogar so, dass es den anderen noch nicht einmal auffällt.

    Spiritualität muss den anderen auch nicht auffallen. Sie muss dir auffallen und sie muss bei dir wirken. Ob das andere mitbekommen, ist nicht nur sekundär, sondern vollkommen irrelevant. Solange es anders ist, ist es keine Spiritualität.