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    10.1.2026AQ 2969
    »Imitierte Spiritualität ist toxische Spiritualität.«
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    Da Spiritualität in ist, findest du imitierte Spiritualität an jeder Ecke. Sie wird von Menschen imitiert, die mit dem Verstand in die Spiritualität gehen und mit dem Verstand dort bleiben. Sie glauben, sie hätten eine neue Richtung gefunden und einige von ihnen überlegen sich sogar, wie sie das vermarkten können.

    Deshalb gibt es ernsthaft Nasen und das ist kein Witz, die sich dadurch outen, dass sie sagen: "Spirituelle kleiden sich auf eine bestimmte Art und Weise." Das ist imitierte Spiritualität und das ist nur ein Beispiel von vielen. Es ist ein Beispiel, bei dem dem Protagonisten noch nicht einmal klar ist, dass er sich verraten hat. Das kann ihm auch nicht klar sein, denn dafür fehlt ihm das Bewusstsein.

    Wenn du Spiritualität als Verstandesgeschichte abhakst, dann kommt ein derartiger Blödsinn dabei heraus. Das ist allerdings noch die harmlose Form von imitierter und deshalb toxischer Spiritualität. Sie sprechen und schreiben dann halt von etwas, wovon sie keine Ahnung haben. Richtig beschissen wird es, wenn es manipulativ wird.

    Und dabei denke ich noch gar nicht an die ganzen Vorbilder, Influencer und sonstigen Protagonisten, sondern vor allem an all jene, die so tun, als hätten sie alles verstanden, als wären sie spirituell und als könnten sie den anderen sagen, wie das funktioniert. Sie haben auch einen sehr großen Drang, allen anderen zu sagen, wie das funktioniert.

    Toxisch ist diese Form der Spiritualität, weil sie gelogen ist. Sie ist nicht echt, weil nicht das kommuniziert wird, was tatsächlich ist, sondern wie sie es gerne hätten, wie sie es sich vorstellen oder wie sie denken, dass es sein sollte. Häufig entlädt sich diese Form der toxischen Spiritualität in ungefragten Tipps. Sie analysieren vor allem die anderen und wissen ganz genau, was sie tun sollten.

    Der tatsächliche Antrieb bleibt verborgen, aber er ist deutlich zu fühlen. Es ist der Drang, andere zu belehren, bevor man es selbst lebt. Würden sie es selbst leben, müssten sie das Leben der anderen überhaupt nicht mehr kommentieren. Sie würden sich vielleicht noch darüber aufregen, aber sie würden es für sich fühlen und damit für sich verarbeiten und jeder Kommentar würde dadurch überflüssig werden.

    Die wichtigste Grundlage für toxische Spiritualität ist, wenn ich den anderen verändern möchte. Vollkommen bescheuert wird es dann, wenn ich gleichzeitig behaupte, dass ich den anderen überhaupt nicht verändern möchte. Und das, während dieser Drang in mir brodelt, dem anderen zu sagen, wie es richtig geht.

    Solange wir von diesem Drang getrieben sind, ist es immer besser, die Klappe zu halten. Erst wenn dieser Drang weggefallen ist, bist du das erste Mal in deinem Leben überhaupt in der Lage, anderen zu helfen. Bis dahin versprühst du dein Gift durch den Drang, andere verändern zu wollen, während du so tust, als sei das nicht der Fall.

    Erst dann, wenn du Spiritualität lebst und nicht mehr imitierst, ist Spiritualität nicht mehr toxisch.