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    7.1.2026AQ 2966
    »Wir verteidigen den Staat nur, weil wir Angst haben und uns Schutz erhoffen. Und wir erhoffen uns Schutz von dem, der uns die meiste Angst macht.«
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    Die meisten Menschen denken, sie hätten Angst vor anderen Menschen. Doch sie fragen sich nie, woher diese Angst kommt. Diese Angst wird bewusst oder unbewusst geschürt. Meistens natürlich unbewusst von denen, die selbst Angst vor anderen Menschen haben. Und da die meisten Menschen ihre Angst nie hinterfragen, ist und bleibt es ein ewiger Kreislauf der Angst. Wenn wir Angst haben, suchen wir uns jemanden, der uns beschützen kann. Und dieser Schutz wird uns ausgerechnet von dem angeboten, der uns Angst macht.

    Wenn ich dir Schutz verkaufe, dann habe ich ein Interesse daran, dass du dich unsicher fühlst. Würdest du dich sicher fühlen, wäre das das Ende meines Geschäftsmodells. Also biete ich dir beides an: Angst und Schutz. Und damit mein Geschäft niemals in Frage gestellt wird, biete ich dir beides nur scheinbar an. Ich mache dir also aus den falschen Gründen Angst und ich biete dir einen scheinbaren Schutz davor.

    Echter Schutz würde ja damit beginnen, dir zu zeigen, dass deine Angst unbegründet ist. Ich würde dir außerdem zeigen, wie du mit deiner Angst umgehen kannst. Doch das wäre ja dein Schutz vor meiner Indoktrination. Du würdest nicht mehr an mein pseudoreligiöses Konstrukt glauben und wärst damit nicht mehr unter meiner Kontrolle. Kontrolle ist nur mit Hilfe von Angst möglich. Ohne Angst keine Kontrolle. Jeder, der sich selbst oder andere kontrollieren will, muss Angst haben oder verbreiten.

    Wenn du dein Streben nach Kontrolle aufgibst, verlierst du automatisch auch deine Angst. Und das will niemand, der dich kontrollieren möchte. Vor allem nicht der Staat. Deshalb macht er dir selbst davor Angst. Er sagt dir, dass es gefährlich ist, dieses System zu verlassen. Und er behauptet sogar, es sei unmöglich. Oder er sagt dir, dass er es dir erschwert und dass es in Zukunft unmöglich wird. Und du glaubst es, weil du Angst hast.

    Frei von Angst kannst du das überhaupt nicht glauben. Frei von Kontrollzwang und Kontrollwahn auch nicht. Wenn du weder die anderen noch dich selbst kontrollieren willst, bist du frei und du kannst Dinge tun, die du früher nie hättest tun können. Nicht deshalb, weil sie jetzt erst existieren, sondern weil sie dir möglich werden. Diese Möglichkeiten existieren die ganze Zeit, auch während du Angst hast und deshalb glaubst, sie seien nicht möglich.

    Es gibt nur ein geschlossenes System und das ist nicht von Menschen geschaffen. Alle anderen von Menschen geschaffenen Systeme sind nicht geschlossen. Es gibt kein absolut sicheres System und es gibt immer Schlupflöcher. Oft werden die sogar absichtlich eingebaut. Damit ein System funktioniert, genügt es, wenn die Mehrheit daran glaubt und ihm die Mehrheit unterliegt.

    Es ist für das System überhaupt kein Problem, dass ein paar Prozent durchs Raster fallen. Und statt auf eine Revolution zu warten, die bisher übrigens auch keine Lösung war, ist es viel einfacher, auf individueller Ebene durchs Raster zu fallen. Das geht aber erst, wenn du das, was dir Angst macht, nicht mehr verteidigst.

    Staat
    Angst
    Schutz