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    27.12.2025AQ 2955
    »Um etwas lernen zu können, musst du bereit sein, dich dumm zu fühlen.«
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    Menschen, die nicht bereit sind, sich dumm zu fühlen, wissen alles besser. Es ist nicht so, dass sie nicht bereit sind, etwas Neues zu erfahren, sie wollen sich nur nicht dumm fühlen. Denn etwas Neues zu erfahren, ist nicht schlimm. Sich dumm zu fühlen, gehört für die meisten Menschen zum Schlimmsten. Wenn sie in ihrer Kindheit für ihr Nichtwissen auch noch geschimpft und gescholten wurden, dann verbinden sie damit nicht nur das Gefühl, sich dumm zu fühlen, sondern sie fühlen sich zusätzlich auch noch gedemütigt.

    Diese beiden Gefühle in Kombination sind für die meisten Menschen eine viel zu große Hürde, die sie nicht überwinden können. Sie wollen sich nicht dumm und auch nicht gedemütigt fühlen und schon gar nicht beides zusammen. Wenn jemand eine sogenannte Lernblockade hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass mindestens eines der beiden Gefühle eine große Rolle spielt.

    Wir versuchen meistens, Blockaden entweder zu umgehen oder so schnell wie möglich zu überwinden, zum Beispiel indem wir sie positiv aufladen. Das hilft zwar temporär, verändert aber die Gefühle im Kern nicht. Doch genau das streben wir an. Es wäre aber intelligenter zu erkennen, dass die Gefühle im Kern überhaupt nicht verändert werden müssen. Du bist in der Lage und du solltest auch bereit sein, dich dumm zu fühlen. Das bedeutet ja nicht, dass du tatsächlich dumm bist. Nur wenn du nicht bereit bist, dich dumm zu fühlen, dann bedeutet das, dass du dumm bleibst. Denn jedes Lernen setzt vorheriges Nichtwissen, also im allgemeinen Sprachgebrauch, Dummheit voraus.

    Diese Dummheit oder dieses Nichtwissen ist überhaupt kein Problem. Es war nur im Urteil unserer primären Bezugspersonen ein Problem. Sie haben sich darüber aufgeregt und sie haben ihre Aufregung auf dich übertragen, indem sie dich geschimpft haben. Das haben sie nur getan, weil sie das exakt Gleiche erlebt haben. Sie waren unter Druck, wenn sie etwas nicht wussten. Und diesen Druck haben sie auf dich übertragen. Das macht überhaupt keinen Sinn, weil es nicht hilfreich, sondern im Gegenteil kontraproduktiv ist. Es hält dich davon ab, etwas zu lernen. Es ist also keine Lösung, sondern verstärkt das Problem. Doch das war deinem Umfeld natürlich nicht bewusst und der Einzige, der das jetzt klären kann, bist du.

    Diese Blockade ist nur dann lösbar, wenn du bereit bist, diese Gefühle wahrzunehmen und nicht mehr zu verdrängen. Erst dann merkst du, dass die Gedanken überhaupt nicht das Problem sind. "Ich bin zu dumm" kann jeder denken, aber der eine glaubt es und der andere nicht. Und der Glaube liegt nicht im Geist, sondern im Gefühl. Und das Gefühl, also die Körperempfindung, lässt dich nicht daran glauben. Sie verursacht deinen Wunsch, es zu verdrängen. Und damit hat es Macht. Es ist also kein Glaube im Sinn einer Überzeugung. Du glaubst das nicht wirklich. Du denkst nur diesen Gedanken: "Ich bin dumm" und du willst ihn nicht haben, weil dieser Gedanke eine Körperempfindung auslöst, die du nicht verarbeiten kannst.

    Das ist das Dilemma von allen Gedanken. Sie führen dich immer zum Gefühl zurück. Und zwar genau so lange, bis du im Gefühl bist. Und wenn du im Gefühl bist, haben diese Gedanken für dich keine Bedeutung mehr.

    Sei bereit, dich dumm zu fühlen, dann wirst du etwas lernen.

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